Neues aus dem Kinderheim

Auf dieser Seite werden wir Sie regelmäßig über die Neuigkeiten im Kinderheim in Kiembeni informieren. Wir stehen mit der Heimleiterin Josephine Mutisya und vielen Freiwilligen über Emails in regelmäßigem Kontakt. Hier werden wir auch über jeden neuen Besuch berichten.

Ich da - Brukenge, Hühner, Zähne weg (April 2012)

Spontanbesuch. Raus aus dem schmuddeligen Aprilwetter Marburgs hinein in 33 Grad schwüle Afrikahitze. Keiner weiß, dass ich hier bin. Ich klopfe an die schwere Eisentür. “Mzungu (ein Weißer)”, sagt eine Kinderstimme. Meine blassen Füße, die von innen zu sehen sind, verraten mich. Ich strecke meinen Kopf über das Tor und entdecke die Kinder. “Laaaaadiiiiine, Laaaaadiiiiine!!!” Rebecca, die konsequent mein N mit einem L ersetzt, ist die Erste, die mich erkennt. Sofort stürmen alle anderen Kinder aus dem Haus, reißen gemeinsam das Tor auf und fallen mir um die Beine. 

 

Es hat sich nicht viel verändert seit meinem letzten Besuch vor sechs Monaten. Die Bananenstauden tragen Früchte, die von Vera und den Kindern gepflanzten Blumen blühen mannshoch und das Schuhregal, das ich dank der finanziellen Unterstützung des Frauenkreises der Kirchengemeinde Halsdorf hab bauen lassen, bietet den dutzenden Schuhen Platz und Ordnung.

 

 

Doch dann die erste tolle Überraschung: Blessing zieht sich an einem Stühlchen hoch. Für mich persönlich eine kleine Sensation, denn das Mädchen ist fast zweieinhalb Jahre alt und wir hatten schon die Befürchtung, dass sie nie imstande sein würde zu laufen.

Doch die Physiotherapie hat offensichtlich geholfen. Nun tapst Blessing endlich an der Hand ihrer älteren Geschwister umher. Langsam. Schrittchen für Schrittchen.

 

Die anderen Kinder toben, klären mich über die Neuigkeiten auf. “Brukenge ist weg - die Hühner aber auch”, berichtet Samuel. Bei meinem letzten Besuch machten wir noch Jagd auf diese Mischung aus Echse und Kaiman - vergebens. Brukenge war da bei seiner Hühnerjagd erfolgreicher. 
“Nadine, schau mal, Isaac hat keine Zähne mehr”, ruft Sarah und zeigt auf die riesige Zahnlücke des Sechsjährigen, der sich verschämt wegdreht. “Na, das weiß ich doch, die sind mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen”, erkläre ich augenzwinkernd. Die Kinder schauen ungläubig, Isaac lacht sich schlapp. 

Natürlich bin ich nicht mit leeren Händen gekommen. Mein Koffer beherbergte neben drei kurzen Hosen und fünf T-Shirts für mich, noch 23 Kilo in Form von Kinderkleidung, zwei Schaukeln, einem Laufrad und diversen Geschenken der Paten aus Deutschland. Jeder bekommt eines. Jeder strahlt. Ich inklusive.

Mo

23

Apr

2012

Mission erfüllt

Abigail wurde nachts weinend hinter einer Bar aufgefunden. Die Zweijährige trug einen Brief bei sich. Darin stand, dass ihre Mutter sehr krank sei, sterben werde und sich deshalb nicht mehr um ihr Kind kümmern könne. Das Mädchen ist voellig verschüchtert, sitzt nur Daumen nuckelnd in der Ecke. Am Anfang meines Besuchs fing sie sofort an zu weinen, wenn ich sie auch nur angeschaut habe. Heute kann ich sie schon einmal auf den Arm nehmen. 

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Mi

18

Apr

2012

Pommes belohnen seine Tapferkeit

5 Uhr morgens. Stockdunkel. Strassenlampen gibt es nicht auf der aus Schlaglöchern bestehenden Strasse nach Mombasa. Aus den kleinen Wellblechhuetten am Straßenrand flackern kleine Lichter. Ladenbesitzer rösten auf offenen Flammen Maiskolben für Frühaufsteher. Die morgendliche Stille wird nur unterbrochen von dumpfen Hip-Hop- Beats vorbeirasender Matatus. Zacky ist begeistert. “Aija..Motorbike”, kommentiert der Vierjährige ein an unserem Taxi vorbeisausendes Motorrad. Josephine und ich sind nervös. Wir haben beide kaum geschlafen. Zacky wird heute operiert. Endlich. Hinter Josephine liegt eine wochenlange Odyssee aus Krankenhausbesuchen.
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Di

17

Apr

2012

29 Grad - ein kalter Tag am Meer

Sengende Hitze. Da hilft nur Wasser. Momentan gibt es keine Freiwilligen im MiRO-Kinderheim, deshalb will ich das Schwimmtraining alleine fortführen. “Nadine, fahren wir echt an den Strand? Mit dem Matatu?”, fragt mich Isaac. Als ich nicke, hüpft der Fünfjährige zu seinen Geschwistern und verbreitet lachend die Nachricht. Alle jubeln und rennen umher. Die Grossen helfen den Kleinen beim Anziehen der Schwimmsachen. In Windeseile sind alle fertig, nur die ganz Kleinen wie Baby Jacob bleiben daheim und werden knuddelnd verabschiedet.

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Do

27

Okt

2011

Hunde retteten sein Leben

Mehr tot als lebendig war Baby Jacob, als man ihn auf einem Feld fand. Direkt nach seiner Geburt hatte seine Mutter versucht, den Säugling zu erwürgen. Als sie ihn auf dem staubigen Boden liegenließ, dachte sie, er sei tot. Streunende Hunde begannen, mit dem kleinen leblosen Körper zu spielen. Sie nagten an seiner Nabelschnur. Sie bellten und jaulten.

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Di

25

Okt

2011

Zum Wasser hüpfen

31 Grad im Schatten, die Sonne brennt gnadenlos vom strahlend blauen Himmel, der Schweiß rinnt in Strömen. “Zeit für eine Abkühlung“, sagt Nathan Toogood und grinst. Der 19-jährige Australier hilft seit ein paar Wochen freiwillig im Waisenhaus mit. Morgens unterrichtet er in einer benachbarten Schule, nachmittags kommt er ins MiRO, um mit den Kindern zu spielen - und ihnen Schwimmen beizubringen. Heute hat er wieder einmal Unterstützung von Lindsey Bogachus aus den USA und Eve Mallon aus England, die ebenfalls im Heim regelmäßig mithelfen. 

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Sa

22

Okt

2011

Geglückte Überraschung - und die Jagd auf Brukenge

Zurück in Kenia. Niemand weiß, dass ich hier bin. Alle Kinder halten Mittagsschlaf - bis auf Anna. Die Elfjährige öffnet nichtsahnend das Tor zum Waisenhaus, erblickt mich - erstarrt, wirft die Arme nach oben und schreit: “Naaaaaaadiiiiiiiine”. An der Tür erscheint Heimleiterin Josephine und stimmt in den Jubel mit ein. Und plötzlich stürmen alle Kinder aus dem Haus und stürzen mir in die Arme. Das wars dann mit “Lala salama” - an Mittagsschlaf ist nun nicht mehr zu denken. Der Überraschungsbesuch ist geglückt.

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So

20

Mär

2011

Bildung ist der letzte Ausweg

Immer im Kreis: Cathrin (Mitte) rennt mit ihren Mitschülern durchs Klassenzimmer.

Das Singen heller Kinderstimmen dringt durch das Fenster. 20 Kinder laufen lachend und singend im Kreis um die kleinen Tische und Stühle herum - immer ihrer Lehrerin Leonice Ngeti nach. Bunte Zahlen von 1 bis 10 baumeln an der Wäscheleine, die quer durch das Klassenzimmer gespannt ist. Die Wände sind bepflastert mit Zeichnungen gelber Bananen, blauer Autos, grauer Elefanten und roter Schmetterlinge. 

Ein ganz normaler Tag in der Vorschule der Anangamangar Academy. Doch nicht für Cathrine aus dem MiRo-Kinderheim. “Wir sind die Blau-Roten”, erklärt sie mit strahlendem Lächeln. Das fünfjährige Mädchen präsentiert stolz ihre Uniform: ein rotes Hemd und eine dunkelblaue Hose. Cathrine ist unheimlich glücklich, mit vier ihrer Geschwister aus dem MiRO-Waisenhauses die Privatschule in Kiembeni zu besuchen. Endlich! Denn bislang war es aufgrund fehlender Sponsoren nicht möglich, die MiRO-Kinder in eine Schule zu schicken. Bildung ist teuer in Kenia, denn nur an einer Privatschule können Lerninhalte kindgerecht vermittelt werden.

 

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Do

17

Mär

2011

Bauen, schaukeln, pflanzen

Schritt fuer Schritt zu einem schoeneren Zuhause: HIer ein paar visuelle Eindruecke von den kleinen Verbesserungen der letzten Tage:

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Di

15

Mär

2011

Ein Freund, ein guter Freund

Aufgeregt hüpft Cathrin auf und nieder. Sie lacht, klatscht in die Hände und beginnt, ein fröhliches Lied zu singen. Auch die andern Kinder sind völlig aus dem Häuschen. Der Grund: Sie haben Freunde. Aus Deutschland haben wir Fotos von einigen der Menschen mitgebracht, die das Miro-Waisenhaus unterstützen.

Für die Kinder ist das eine völlig neue Erfahrung. Denn bevor sie ins MiRo-Waisenhaus kamen, mussten sie unbeschreiblich schlimme Dinge erleiden. Einige von ihnen verloren ihre Eltern. Andere wurden wie Abfall auf den Müll geworfen. Sie wurden missbraucht, misshandelt und haben gehungert. Viele der Kinder sind schwer traumatisiert und haben ihr Urvertrauen verloren. Heimleiterin Josephine Mutisya gibt ihnen das, was sie nie hatten - eine Familie. “Für die Kinder ist es sehr wichtig, zu wissen, dass sie jemandem etwas bedeuten”, erklärt Josephine. “Es stärkt sie in ihrer Entwicklung, wenn sie wissen, dass es Menschen gibt, die an sie denken”, betont die Heimleiterin.

Neugierig bestaunen die Kinder die Fotos und überschütten uns mit Fragen: “Welcher ist mein Freund?” “Ist es dort kalt, wo er wohnt?” “Hat er Kinder?” Weil noch nicht alle der Waisen Paten haben, haben wir noch mehr Fotos von Freunden mitgebracht, damit sich die Kinder ohne Paten nicht benachteiligt fühlen. Gemeinsam kleben wir alle Fotos auf eine Papp-Wand und schreiben die Namen der jetzt nicht mehr ganz so fremden Menschen hinzu. Bob, der Älteste schreibt “Friends of Miro” oben drüber. Gemeinsam hängen wird das “Freunde-Poster” im Haus auf. Nacheinander will jeder auf den Arm genommen werden, damit er stolz “seinen Freund” zeigen kann. Die Kinder sind glücklich. Wir auch.

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Mo

14

Mär

2011

Dem Tank sei Dank

Wasser ist knapp - da passt James ganz genau auf, dass Zacci nichts verschuettet.

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. 38 Grad im Schatten, der Schweiß rinnt in Strömen. Kenia im März ist für Europäer kaum auszuhalten. Vor allem nicht in den Slums von Mombasa. Kein Lüftchen regt sich in Kiembeni. Wieder einmal gibt es kein Wasser an diesem Tag. “Das Wasser wird rationiert”, erklärt Josephine Mutisya, die Leiterin des MiRO - des Mighty Redeemer Orphanage.

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Geburtstagsfest für MIRO 19.11.2011

Happy Birthday Mighty Redeemer Orphanage! Am Samstag den 19. November 2011 feierten über 100 Gäste gemeinsam mit den Kindern den MiRO- Geburtstag. Da man bei den meisten Kindern nicht weiß, wann sie geboren sind, feiert das MiRO einmal im Jahr gemeinschaftlich Geburtstag. Die Ananda-Marga Schule stellte das Schulgebäude, die Aula und sogar eine Musikanlage zur Verfügung. Die Kirchengemeinde, der Bürgermeister (Chief) von Kiembeni, Freunde und natürlich viele Kinder kamen. Es wurde gesungen, gebetet, getanzt. Die MiRO-Kinder waren sehr aufgeregt, vor allem auch, da alle auf die Bühne durften und sich mit Mikrophon vorstellen durften. Das Essen wurde von 5 Helfern im Freien auf Feuerstellen gekocht und an alle Gäste verteilt.

Als Höhepunkt gab es den Geburtstagskuchen, der feierlich angeschnitten wurde.

Die Geschenke und Geburtstagskarten ihrer Paten in Deutschland, die wir extra für die Feier mitgebracht hatten, erhielt jedes der Kinder am Abend nach der Feier zu Hause im Kinderheim – schließlich sollen die anderen Gäste nicht neidisch werden.

Die MiRO-Kinder gemeinsam mit ihren Gästen aus ganz Mombasa hatten einen unvergesslichen Tag.

 

Sonnige Grüsse

Vera Fleig

Ein Tag am Meer

Junior hat sichtlich Spass.

Sie leben nur wenige Minuten vom Meer entfernt, aber den Ozean haben sie noch nie gesehen. So zumindest war es bei unserem letzten Besuch im MiRO-Heim. Im November nahmen wir die Kinder zum ersten Mal mit ans Meer. So viel Wasser auf einmal - da hatten einige der Kinder verstaendlicherweise riesige Angst, auch nur einen Fuss ins Nass zu setzen. Doch diesmal war alles ganz anders: Es war kein Halten mehr: Lauthals jubelnd rannten die Kleinen gen Indischer Ozean - und diesmal waren auch die Aengstlichen nicht mehr zu bremsen. Schwimmen, Planschen, Rennen, Fussballspielen und im Sand buddeln - noch vor einem Jahr waere dies fuer die Kinder ein undenkbarer Luxus gewesen. Ergo: Es war fuer alle ein sehr, sehr schoener Tag > wie man auf den Bildern sehen kann.

Karibu Kenya! Willkommen zurueck! Maerz 2011

Seit einigen Tagen sind wir wieder zurueck in Kenia. Voellig unangemeldet haben wir dem Heim einen Ueberraschungsbesuch erstattet. Die Wiedersehensfreude mit den Kindern des MiRO-Waisenhauses war riesig! Es geht allen super. Wir sind sehr gluecklich, dass es hier so reibungslos laeuft und sich die Kinder so gut entwickeln. Hier ein paar erste Eindruecke :o)

Vielen Dank an alle, die uns so vielfaeltig unterstuetzen und so den Kindern des MiRO eine bessere Zukunft geben.

Help for MiRO

Spendenkonto:

Sonderkonto des

Deutschen Roten Kreuzes

Sparkasse Marburg -Biedenkopf

BLZ: 533 500 00

Kontonummer: 11009212

Verwendungszweck: Waisenhaus Kiembeni, Kenia