Pommes belohnen seine Tapferkeit

5 Uhr morgens. Stockdunkel. Strassenlampen gibt es nicht auf der aus Schlaglöchern bestehenden Strasse nach Mombasa. Aus den kleinen Wellblechhuetten am Straßenrand flackern kleine Lichter. Ladenbesitzer rösten auf offenen Flammen Maiskolben für Frühaufsteher. Die morgendliche Stille wird nur unterbrochen von dumpfen Hip-Hop- Beats vorbeirasender Matatus. Zacky ist begeistert. “Aija..Motorbike”, kommentiert der Vierjährige ein an unserem Taxi vorbeisausendes Motorrad. Josephine und ich sind nervös. Wir haben beide kaum geschlafen. Zacky wird heute operiert. Endlich. Hinter Josephine liegt eine wochenlange Odyssee aus Krankenhausbesuchen.

Rückblende: Vor rund 2 Monaten erreicht Vera und mich eine verzweifelte Email von Josephine: Zacky ist krank. Die Diagnose niederschmetternd. Er leide an einer seltenen Darmerkrankung, heißt es.  Ob diese in Kenia operiert werden kann, ist nicht klar. Wir sind in heller Aufregung. Wie sollen wir Zacky helfen? Muss er ausgeflogen werden? Wie sollen wir das bezahlen? Auf weitere Arztbesuche folgen unterschiedliche Diagnosen. Welcher Diagnose sollen wir glauben? Was sollen wir tun? Josephine gibt nicht auf. Sie findet einen der wenigen Spezialisten in Kenia. Kinderchirurg Dr. Fred Kambuni aus Nairobi kommt alle paar Monate nach Mombasa und operiert dort schwierige Fälle. Er beruhigt uns. Laut seiner Diagnose ist es nur ein Rektalpolyp, der mittels einer Rektoskopie entfernt werden kann. 

Nun ist der Tag da. Josephine hat trotzdem Angst. “In Kenia geht bei Operationen so viel schief”, sagt sie und drückt Zacky ganz fest an sich. Ich bin nervös. Was ist, wenn sich Kambuni irrt? Außerdem gibt es Probleme. Das Aga Kahn Krankenhaus, in dem die Operation stattfinden soll, kann die Unterlagen nicht finden. Wir sind nicht auf der Liste der Operationen an diesem Tag. Josephine fackelt nicht lange und ruft Kambuni auf dem Handy an. Der steht schon im Operationssaal. Wir sollen in ein anderes Krankenhaus fahren. Dort operiert er heute auch noch und kann uns vielleicht dazwischenschieben. Das Mombasa General ist wie das Aga Khan eines der besten Privatkrankenhaeuser vor Ort. Kein Vergleich zu den staatlichen Klinken, die Vera und ich mit anderen Kindern bereits besucht haben. Es herrscht europäischer Standard. Und das kostet. Wir sind froh, dass wir einen Spender in Australien gefunden haben, der die Krankenhausrechnung übernimmt. Sie wird sich trotz des simplen Eingriffs letztlich auf rund 1.400 Euro belaufen. Nicht auszudenken, wenn es wirklich etwas schlimmeres gewesen wäre. 
Eine Schwester kommt und will wissen, wer Zackys Mutter ist. “Ich”, sagt Josephine, “er hat ja keine andere Mutter” Zacky wird schonend auf die Operation vorbereitet, er ist ganz tapfer und weint nur kurz, als ihm eine Infusion gelegt wird. 12 Stunden müssen wir warten, dann ist es soweit. Dr. Kambuni hat bereits diverse Operationen hinter sich, trotzdem wirkt er ruhig und gelassen und erklärt uns genau, was er tun wird. Zacky machen die Menschen in den grünen Kitteln und mit Masken vor dem Mund Angst. Josephine singt ihm etwas vor und lässt seine Hand erst los, als er in den OP-Saal geschoben wird. 
Banges Warten für Josephine, deren Kinder noch nie operiert werden mussten. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. “Es war wie vermutet ganz einfach”, klärt uns Kambuni lächelnd auf, “’in ein paar Tagen ist der Kleine wieder fit.” So lange dauert es gar nicht. Als Zacky aufwacht, hat er einen Bärenhunger. Weil er so tapfer war, bekommt er Pommes mit Ketchup. Er strahlt, sein Lieblingsgericht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Katínko (Donnerstag, 19 April 2012 09:24)

    Ich freu mich, dass es dem kleinen Zacky wieder gut geht!!! :)

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.