Überfallkommando erfolgreich

40 Grad Temperaturunterschied. Ich geh kaputt. 10 Stunden zuvor noch im Schneesturm gebibbert, jetzt rinnt mir der Schweiß in Strömen. Die Sonne knallt vom Himmel, die Luft ist heiß und feucht. Vor wenigen Tagen habe ich mich spontan dazu entschlossen, nach Kenia zu fliegen.

 

Keiner ahnt etwas, als ich in sengender Hitze ans Tor des Kinderheims klopfe. Der Koch öffnet mir und blickt mich erstaunt an. Drinnen höre ich helle Kinderstimmchen. Die kleine Leah schaut um die Ecke, grinst und rennt weg. Tolle Begruessung. Aber die Dreijährige will natürlich als Erstes Mama Josephine von dem überraschenden Besuch erzählen. Heimleiterin Josephine staunt nicht schlecht. Schließlich haben wir vor wenigen Tagen erst telefoniert. Aber da wusste ich auch noch nicht, dass ich nach Kenia fliege.

 

Im oberen Stockwerk des neuen Hauses, in dem die 22 Miro-Kinder seit einem Jahr leben, wickelt eine der zwei Hausmütter gerade die kleine Vena. Das drei Monate alte Baby ist erst wenige Wochen im Heim. Nur Stunden nach der Geburt wurde sie in einem erbärmlichen Zustand gefunden und in Josephines Obhut gegeben. Ansonsten sind nur die Jüngsten da. Die älteren Kinder gehen seit wenigen Tagen wieder in die Schule. Aufgrund der Präsidentschaftswahl waren sie die vergangene Woche Zuhause.

 

Überall im Land waren die Schulen vorübergehend geschlossen. Aus Sicherheitsgründen. Denn bei den letzten Wahlen in 2007 kam es zu massiven ethnischen Unruhen. Damals stand Kenia kurz vor einem Buergerkrieg. 1200 Menschen wurden getötet, Hunderttausende vertrieben. Diesmal ist es relativ ruhig geblieben. Allerdings kam es am Wahltag vor anderthalb Wochen in Mombasa zu Auseinandersetzungen, bei denen 15 Menschen getötet wurden

 

. “Wir hatten sehr viel Angst, dass es wieder zu so schweren Auseinandersetzungen kommt", sagt Heimleiterin Josephine und erzählt, dass sie sich eine Woche mit den Kindern im Heim verschanzt hatte. Sich vorher mit Lebensmitteln eingedeckt, den Wachdienst für Haus verdoppelt und das Beste gehofft hatte.

 

Wie Josephine verfolgten die meisten Kenianer den Ausgang der Wahl vor den Fernsehern. “Viele Geschäfte hatten geschlossen”, erklärt Josephine. Doch die befürchtete Wiederholung der Gewaltexzesse von 2007 blieben aus. Bislang. Denn Uhuru Kenyatta ist mit 50,07 Prozent der Stimmen zwar zum offiziellen Wahlsieger erklärt worden. Allerdings will der unterlegene Raila Odinga (43,2 Prozent) das knappe Ergebnis nicht akzeptieren. Am Samstag reichte der jetzige Ministerpräsident am Obersten Gericht in Nairobi Klage gegen das Wahlergebnis ein. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und der Polizei.

 

Zudem ist der vermeintliche Wahlsieger Kenyatta umstritten. Der Sohn des kenianischen Staatsgründers und einer der reichsten Männer Kenias muss sich im April vor dem Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Er soll nach der Wahl 2007 zu Mord und Vergewaltigungen aufgerufen haben und hauptverantwortlich für die Gewalttaten rund um die Wahl gewesen sein.

 

Die Miro-Kinder haben von all dem nichts mitbekommen. “Sie haben sich nur gewundert, dass sie nicht in die Schule müssen”, sagt Josephine lächelnd. Es ist 5 Uhr, eine der Hausmütter hat sie vom Schulbus abgeholt - und verraten, dass ich da bin. Schon von weitem höre ich die aufgeregten “Ladine-Ladine”-Rufe. Aha, viele der Kinder beherrschen meinen Namen also immer noch nicht richtig. Macht nix. Ich freu mich trotzdem, als sie mir der Reihe nach jubelnd um die Beine fallen :)

Weil ich mich so kurzfristig zum Kenia-Besuch entschieden habe, konnte ich leider den Paten nicht vorher Bescheid sagen. Aber in Euren Namen, liebe Paten, habe ich natuerlich Geschenke mitgebracht. Vielen Dank fuer die tolle Unterstuetzung!(Hier ein paar Bilder von den Kids - unter anderem vom Strand, den wir am Wochenende besucht haben)

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.