Von der Muellkippe zur Pflegemutter

 Vorbei an Müllwiesen, auf denen friedlich unterernährte Kühe grasen, fahren wir nach Mikinbani. “Wir machen einen Überraschungsbesuch”, erklärt Josephine, kramt ihren Fotoapparat heraus und zeigt mir das Bild eines Babys. Sein Name ist Favour, zwei Monate lebte das kleine Mädchen im Miro-Kinderheim. Sie kam als Notfall zu Josephine.

Favour war gerade vier Monate alt, als sie gefunden wurde. In einem großen Müllcontainer, eingewickelt in eine Plastiktüte. Als Männer den Müll nach Brauchbarem durchwühlten, fing das kleine Bündel Mensch plötzlich an zu wimmern. Ihr Glück. Man brachte sie ins Krankenhaus und anschließend zu Josephine ins Kinderheim. Dort waren allerdings bereits zwei Babys untergebracht - und damit die Kapazitäten erschöpft. “Aber ich hätte sie doch nicht ablehnen können, was hätte dann aus ihr werden sollen?”, erinnert sich Josephine. Wochenlang suchte das Jugendamt nach einer anderen Möglichkeit - und fand diese in Thareigter Kaluk Munyao und ihrem Lebensgefährten.

 

Das kinderlose Paar versucht seit Jahren, eigenen Nachwuchs zu bekommen. Vergebens. Nun haben sie Favour als Pflegekind aufgenommen. Überhalb eines kleinen Ladens leben die beiden in einer Einzimmer-Wohnung. Sie haben fließendes Wasser und Strom, im Fernseher läuft gerade die Weihe des neuen Papstes in Rom als wir eintreten. Der Familie geht es besser als den meisten Kenianern. Laut der aktuellen Weltbank-Statistik leben mehr als 45 Prozent der kenianischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze - und haben somit weniger als einen Euro am Tag zur Verfügung.

Der neuen Familie von Favour geht es also vergleichsweise gut. Pflegemutter Thareigter betreibt einen kleinen Haarsalon, ihr Freund arbeitet am Hafen. Ein Glücksfall, denn in Kenia sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Laut Jugendamt mitunter ein Grund, warum so viele Kinder ausgesetzt werden. In Mombasa und der weiteren Umgebung sind es durchschnittlich rund zehn Kinder, die im Monat aufgefunden werden. Favour ist ein wahrer Wonneproppen. Sie ist kugelrund und gluckst zufrieden. “Es ist so schön mit ihr”, strahlt die frischgebackene Pflegemutter und küsst Favour liebevoll auf die Stirn. “Sie ist mein Kind, ich will sie nicht mehr missen”, sagt Thareigter Kaluk Munyao. In den naechsten Monaten wird Josephine regelmaessig nach dem Rechten schauen. Laeuft alles gut, kann die Pflegschaft alle drei Jahre erneuert werden. 

Zurück im Miro-Kinderheim: Waehrend der Koch das Abendessen zubereitet, Hausmutter Josphin ein Baby füttert und Hausmutter Monica den Boden schrubbt, machen die Kinder gerade ihre Hausaufgaben. Ich zeige ihnen Bilder von unserem Besuch bei dem kleinen Baby. Sie erkennen Favour sofort, strahlen uebers ganze Gesicht und wollen haargenau wissen, wie es ihr geht. Aber erst die Hausaufgaben: Joshua ist als erster fertig. Stolz lässt er mich die Aufgaben abzeichnen. Seit einem Jahr lernt er neben Suaheli und Englisch auch Deutsch. “Wie geht es dir?”, fragt mich der Siebenjährige auf deutsch und grinst. Rebecca steht daneben und versucht, die Worte nachzusprechen. Klappt noch nicht so gut. Aber sie lacht und teilt lautstark mit: “Nächstes Jahr kann ich das auch!!" Dann naemlich hat auch sie Deutschunterricht. 

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.