Keine Macht den Traenen!

Mit einem Skalpell öffnet der Arzt den Tischtennisball großen Abszess. Abby weint, als der Arzt den Eiter entfernt. Ich halte ihren Kopf, ihre Tränen brechen mir das Herz. Vor wenigen Tagen noch hatte die Dreijaehrige nur eine winzige Schramme an der Stirnn, aber in dem feuchten Klima hier entzünden sich kleine Wunden rasend schnell.

 

 

 Mir wird wieder einmal klar: Kinder haben immer was! Denn Abby ist heute nicht die einzige Patientin. Sechs Kinder an der Zahl haben wir ins Auto gepackt und sind ins Krankenhaus gefahren. Gut, dass Josephine vor kurzem einen Siebensitzer von einem amerikanischen Spender gesponsert bekommen hat. Endlich hat das Miro-Heim ein Auto, mit dem die Kinder - zwar nicht alle, aber immerhin eine ordentliche Menge - sicher transportiert werden können. Bislang musste sie, wenn z.B. medizinische Notfälle waren, ein Tuktuk oder Taxi bestellen oder sich mit den Kindern in eines der öffentlichen Matatus quetschen. Abby überwindet den Schock schnell. Die Wunde ist gut versorgt und ein Lolly lässt den Schmerz schnell vergessen. Abends wird sie schon wieder mit den andern lachen können. 

 

Patienten Nr. 2 und 3 sind Moses und Blessing. In der orthopädischen Abteilung des Krankenhauses bekommen die beiden normalerweise Physiotherapie. “Heute machen wir ernst”, sagt Nyota Mundu Munyaka und hievt Moses lachend auf den Behandlungstisch. Der Zweieinhalbjaehrige kann immer noch nicht stehen - geschweige denn laufen. “Sein Rücken hat sich nicht gerade entwickeln können”, erklärt der Experte. Der Grund Mangelernaehrung. Der kleine Junge kam im Alter von eineinhalb Jahren ins Miro-Kinderheim. Er war in einem lebensbedrohlichen Zustand, extrem unterernaehrt. Seine Haut hing schlaff an seinem ausgemergelten Körper herab. Mit Spezialnahrung hat sich sein Zustand zwar verbessert, aber trotzdem leidet er an den Folgen der Mangelernaehrung. Er hat Rachitis. Aufgrund des Calciummangels sind seine Knochen wie aus Gummi.

 

 

 

Moses’ Wirbelsäule ist voellig verkrümmt, er kann sich nicht gerade halten. Deshalb soll er ein Korsett bekommen, das ihm eine aufrechte Haltung ermöglicht. “Sein Rücken wird sich dann stabilisieren und er wird sicher irgendwann stehen und auch laufen können”, prognostiziert Munyaka. Der Physiotherapeut hat schon wahre Wunder vollbracht. Denn auch Blessing konnte bis vergangenes Jahr nicht laufen. Heute hüpft die Dreijährige wild durch die Gegend - allerdings auf krummen Fuessen.

 

Eine Schiene soll nun helfen, die kleinen Fuesschen zu begradigen. Gleich neben dem Therapieraum werden solche Schuhe hergestellt. Mit einfachsten Mitteln. Aus Kunststoffschalen, Lederstuecken und Leim bastelt der Experte die Schiene zusammen. “Sieht simpel aus, ist aber genau angepasst und wird helfen”, sagt der Physiotherapeut. 

 

 

Währenddessen haben sich die drei Hausmütter mit jeweils einem Baby im Arm in der Schlange vor dem Impfzimmer nach vorne gekämpft. Der Reihe nach werden die drei Kleinen gewogen und anschließend geimpft. Wieder fließen Tränen. Ein anstrengender und kostspieliger Tag, denn e gibt keine Krankenversicherung. Medizinische Eingriffe muessen vor Ort bezahlt werden, doch dank der tollen Unterstuetzung der Miro-Freunde ist das kein Problem. 

 

 Zurueck im Heim warten schon die Schulkinder auf uns. Alle wollen wissen, warum Abby ein Pflaster traegt. Meine detaillierte Schilderung wird mit einem lauten “Ooooohhh” kommentiert. Dann wollen sie das deutsche Lied von gestern singen. Ich stimme an: “Ein belegtes Brot mit Schinken….” Alle rufen lauthals: “Schinken!!!” Und auch der Rest klappt. “Ein belegtes Brot mit Ei. EI!!! Das sind zwei belegte Brote…eins mit Schinken, eins mit Ei!”

Und auch Abby kann wieder lachen :)

 

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.