Woooooow....

Halb sieben. Verdammt früh. Nach neun Stunden Flug bin ich direkt vom Flughafen ins Miro-Kinderheim gefahren. Der Grund ist super. Waldemar Wiora, Chef von Wiora-Immobilien in Marburg, startet seine Afrikareise zufällig auch in Mombasa und stattet mit mir dem Heim einen Besuch ab. Im Gepäck hat er 2.000 Euro, die er den Kindern zugute kommen lässt. Dafür sind wir ihm von Herzen dankbar.

Es wird gerade hell, die Strassenhändler in ihren kleinen Blechhütten am staubigen Straßenrand löschen langsam ihre Petroleumlampen und starten das Tagesgeschäft, verkaufen Gemüse oder geröstete Maiskolben. Auch die Kinder im Miro-Heim sind bereits wach, empfangen uns jedoch mit verschlafenen Augen ihren Frühstücksporridge essend. Heimleiterin Josephine Mutisya schaut gerade bei den Babys nach dem Rechten. Ein vier Monate altes Mädchen ist erst seit wenigen Tagen im Heim. Sein Zustand ist noch kritisch. Es hat Fieber und muss ins Krankenhaus. Von allen registrierten Heimen in der Gegend ist das Miro-Heim eines der wenigen, das Babys aufnimmt. Babys sind nämlich oft krank und teuer. Aber Josephine kann die Kleinsten der Kleinen nicht abweisen. "Sie sind so verletzlich", sagt die Heimleiterin.

Den andern Kindern geht es prima. Freudestrahlend und “Nadine, Nadine”-rufend kommen alle angelaufen und fallen mir um die Beine. Waldemar lacht. Begeistert ist der vielgereiste Immobilienchef von unserem drei Meter hohen Schuhregal, in dem die kleinen Schühchen in Reih und Glied stehen. "So akkurat wünschte ich mir das bei manchem Mieter auch", sagt er schmunzelnd. Die Schuhe sind allerdings in einem erbärmlichen Zustand. An manchen hängen nur noch Fetzen dran. Und nicht jedes Kind besitzt welche. Das ändern wir.

Da ich diesmal nicht alleine hier bin, sondern von meiner Mutter Marita, meiner Schwester Johanna und meiner Freundin Miriam begleitet werde, konnten wir insgesamt gut 60 Kilogramm an Spenden mitbringen. Kinderkleidung - darunter auch super erhaltene Fussballtrikots von der JSG Bauerbach/Schröck und dem FV Bracht - sowie Kinderschuhe in allen erdenklichen Größen packen wir am zweiten Tag gemeinsam aus. "Wooow....diese Schuhe sind wunderschön", freut sich die achtjährige Rebecca lautstark über ihre silbernen Sandalen. Ich komme langsam durcheinander, wer noch keine Schuhe hat, aber die älteren Kinder achten penibel darauf, dass auch jeder ein Paar bekommt. Untereinander sprechen sie ab, ob die Schuhe passen und tauschen so oft, bis jeder zufrieden über den Hof hüpft.

Natürlich haben wir auch Geschenke mit. Die Paten und Freunde der Kinder haben uns Sachen mitgegeben. Jedes Kind wird ein Geschenk bekommen. Aber erst an Ostern. Da die Kinder gerade Osterferien haben und somit alle permanent Zuhause sind, wird das Haus mit dem kleinen Garten langsam zu eng für so viele Racker. Noch immer haben wir nicht genug Geld zusammen, um den Kindern ein Grundstück und ein Haus zu kaufen, wo sie genug Platz zum Spielen haben aber auch, um Gemüse anzubauen. Also raus: Auf einem nahe gelegenen Feld spielen wir Fußball und auch das neue Federballspiel probieren die Kinder aus - scheitern jedoch unter großem Gelaechter am böigen Wind. Ich werde von der 13-jährigen Anna gescholten, dass ich vergessen habe, meiner Mutter ein Tuch mitzunehmen, auf dem sie im Schatten sitzen kann. “Nadine, also wirklich, jetzt muss deine Mutter auf dem Boden sitzen”, schimpft sie kopfschuettelnd. Ja, in Sachen “Respekt vor dem Alter” kann ich von den Kindern hier noch viel lernen.

Waehrend wir mit den Grossen toben, wischt eine der drei Hausmütter den Fußboden. Der Koch bereitet das Abendessen über der Feuerstelle zu und drei Freiwillige aus Dänemark üben mit Moses und Jacob laufen. Die beiden sind schon fast drei Jahre alt, aber aufgrund einer aus Mangelernaehrung resultierenden Knochenkrankheit sind sie in ihrer Entwicklung weit zurück. Genauso war es jedoch bei Jemmo und auch bei Blessing. Und die rennen grad wie wild dem Ball hinter her. Bald schon werden Moses und Jacob das auch können. Da bin ich sicher.

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Kommentare: 2
  • #1

    Erich und Renate Dersch (Sonntag, 20 April 2014 21:23)

    Immer wieder freue ich mich über die glücklichen und lachenden Kinder. Ob sie verstehen, dass es ihnen "so" gut geht, weil Ihr für sie da seid. Weil Ihr durch Euer unermüdliches Engagement Gönner/Spender findet die das Projekt Miro Waisenhaus unterstützen.
    Vielen herzlichen Dank im Namen der Kinder
    Viel Erfolg bei der suche nach Eurer kleinen Farm

    Erich und Renate Dersch

  • #2

    Carina Becker (Montag, 21 April 2014 13:28)

    Wie schön, euch alle dort so glücklich zu sehen!

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.