Ein Geburtstag für 40 Kinder

Eigentlich müsste sie tot sein. 
Als Bahati ins MiRO Heim gebracht wurde, wog das kleine Baby gerade einmal 1,1 Kilo. 
“Ich habe geweint, als ich sie gesehen habe“ , erinnert sich MiRO- Heimleiterin Josephine Mutisya. 
Zwei Wochen ist das jetzt her. Seitdem kämpfen Josephine und die Hausmütter jeden Tag um das Leben des Babys, das von seiner Mutter einfach kurz nach der Geburt in einem Krankenhaus zurückgelassen wurde. Noch immer hat das Baby spindeldürre Ärmchen und ein ausgemergeltes Gesichtchen. Ich traue mich kaum, das winzige Häufchen Mensch anzufassen, aus Angst, ich könnte mit einer einzig falschen Bewegung ihr kurzes Leben auslöschen. Doch Josephine ist guter Dinge. Sie glaubt fest daran, dass sie das Baby durchbringen werden. Deshalb haben sie es Bahati getauft. Es bedeutet Glück auf Suaheli.
Ich schaue  mich im Babyzimmer um. Sonnenstrahlen fallen auf die  dicken Gesichter von Elijah und Pendo. Der vier Monate alte Junge und das fünf Monate alte Mädchen waren in kaum einem besseren Zustand als Bahati, als sie vom Jugendamt ins MiRO gebracht wurden. Heute sind beide wohlgenährt. Das kostet viel Geld. Säuglingsnahrung ist unheimlich teuer. Deshalb lehnen die meisten Waisenäuser Babys ab. Doch ich kann MiRO-Heimleiterin Josephine verstehen, auch ich könnte so einem armseligen Würmchen nicht einfach die Chance auf Leben verweigern. 
In den acht Jahren, in denen das Heim vornehmlich aus Deutschland unterstützt wird, konnte insgesamt mehr als 100 Kindern geholfen werden. Viele dieser Kinder wurden als Babys ausgesetzt. Manche zum Sterben auf den Müll geworfen. Andere haben ihre Eltern verloren, haben gehungert oder wurden missbraucht. “Manche Babys bleiben nur ein paar Monate zum Aufpeppeln, bis sie in Pflegefamilien untergebracht werden“, erklärt Josephine. 
3000 Euro überweist der in Marburg ansässige Verein monatlich ans MiRO-Heim. Mindestens zwei Mal im Jahr überprüfen Dr. Vera Fleig, ihr Mann Dr. Stefan Blaser und ich den Einsatz der Spendengelder. Davon wird eine medizinische Versorgung sowie die ausgewogene Ernährung garantiert, die Schule, die Miete für das Haus, der Koch und die Hausmütter bezahlt. Momentan leben 40 Kinder im Heim. Bahati, Pendo, Seth, Elijah und Gift sind unter einem Jahr alt. Weil man von den meisten das Geburtsdatum nicht kennt, feiert das MiRO-Kinderheim ein Mal im Jahr ein gemeinsames Geburtstagsfest.   

 Seit Wochen freuen sich die Kinder auf diesen..ihren...Tag. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Koch bereitet mit Hilfe der Hausmütter Reis, Chapati (würzige Pfannkuchen), Pilau (Gemüseintopf) und zur Feier des Tages auch Fleisch vor. Die großen Kinder helfen fleißig mit. Gemeinsam sitzen sie im Schatten hinter dem Haus und waschen Tomaten und zupfen Salat. Es dauert ewig. Bei 35 Grad im Schatten geht eben alles etwas langsamer. 

“Es wird aber eine kleine Party, viele Freunde von uns sind aufgrund der politischen Lage nicht an der Küste“, erklärt Josephine und blättert besorgt in der Tageszeitung “Daily Nation“.  Aufgrund der Präsidentschaftswahl kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei. Mehr als 60 Menschen kamen bei Straßenschlachten ums Leben.  Momentan ist in der Küstenstadt Mombasa trügerische Ruhe eingekehrt. Doch glaubt man politischen Beobachtern wird es in dem tief gespaltenen Land weiterhin zu Spannungen kommen.
 Ein anderer Grund, warum die Geburtstagsparty der MiRO-Kinder klein wird, sind die Windpocken. Fast alle Jungen und Mädchen hatten oder haben mit der hoch ansteckenden Kinderkrankheit zu kämpfen. Vor allem für meine Schwester Johanna ist das eine beschissene Nachricht. Da sie als Kind keine Windpocken hatte, ist sie dazu verdammt, den Kindern fern zu bleiben. “Da ich extra für den Geburtstag nach Kenia geflogen bin, ist das echt übel“, sagt sie traurig. 
Dank Johanna, meiner Mutter Marita und meiner Freundin Miriam konnten wir insgesamt 80 Kilogramm an Spenden mitnehmen. Freunde, Verwandte und Bekannte haben seit Monaten Stifte, Rucksäcke, Federmäppchen und Schuhe bei uns abgegeben, die nun in fünf vollgepackten Koffern im kleinen, mit Luftballons und bemalten Wimpeln geschmückten Garten des MiRO-Heims liegen. Zuerst werden die Schuhe ausgepackt. “Oiiijooo das sind tolle Schuhe“, ruft die achtjährige Blessing und klatscht in die Hände.Geduldig probieren die Jungen und Mädchen so lange Schuhe an, bis alle ein passendes Paar haben.
Nach dem Festmahl geht's Auspacken weiter: “Jay...wow!!!“ Erfreute Rufe begleiten mein Öffnen der Koffer. Für jedes Kind haben wir einen passenden Rucksack samt mit Stiften, Radiergummis, Linealen und Spitzern gefüllten Federmäppchen vorbereitet. Die Kinder strahlen übers ganze Gesicht. “Wonderful, wonderful, wonderful“, ruft Blessing und hüpft mit Abby um die Wette.  Den gesamten Abend sind die Kinder damit beschäftigt sich lauthals lachend ihre Geschenke zu zeigen. 

 

 

Deshalb noch einmal: Von Herzen vielen Dank an alle für diese tollen Geschenke! ASANTE SANA!!!
Eure Nadine!

Hier die Bildergalerie :)

Help for MiRO e.V.

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.