Danke an alle!

Die kleine Auwa ist momentan der Sonnenschein.
Die kleine Auwa ist momentan der Sonnenschein.

Ja, ok. Es war schon ein bisschen gemein von mir, bei unserem Telefonat vor 2 Wochen zu sagen, ich wüsste noch nicht, ob ich zum Geburtstag da sein könnte. Aber so ist wenigstens die Überraschung groß, als ich fünf Tage vor dem Geburtstag plötzlich ans Tor des Miro-Heims klopfe. Niemand hat mit mir gerechnet. Vor allem nicht, weil es fast unmöglich war, das Kinderheim in Utange zu erreichen. Schwere Regenfälle haben die Straßen unpassierbar gemacht. Selbst mit dem Motorradtaxi kommt man im zum Teil hüfthohen Wasser auf der mit tiefen Schlaglöchern übersäten Straße kaum weiter.
Also wate ich die letzten Kilometer durch die Dreckbrühe und hoffe, weder plötzlich in einem Schlagloch zu versinken, noch auf eine Schlange zu treffen. Danke Klimawandel!

Diese Straße ging noch. Andernorts stand das Wasser bis zum Bauch.
Diese Straße ging noch. Andernorts stand das Wasser bis zum Bauch.

"Aaaaahja Nadine, it's Nadine", schallt es mir entgegen. Die Freude ist groß, die Kleinen hüpfen aufgeregt um mich herum.

Im Haus aber der Schock: es regnet rein. Im Zimmer der großen Mädchen tropft das Wasser durch die Decke. Der Putz löst sich. Rebecca, Sarah und Co müssen nun mit im Zimmer der jüngeren Mädchen schlafen. 12 Menschen in einem kleinen Raum, in dem zwei Stockbetten mit fünf Schlafgelegenheiten stehen. Kuschelig.
Als es tags drauf aufhört zu regnen, gehen wir aufs Dach. Dort hatte ein Handwerker zwar das marode Flachdach erneuert, aber zwischen den Schindeln des Schrägdachs klaffen große Lücken. Wir rücken die Schindeln in die offenen Stellen und hoffen, dass so beim nächsten Mal  alles trocken bleibt.

Blick aus dem Mädchenzimmer auf die Sumpflandschaft.
Blick aus dem Mädchenzimmer auf die Sumpflandschaft.

Die folgenden Tage scheint zum Glück die Sonne und die Überschwemmungen gehen zumindest auf den Straßen langsam zurück. Allerdings steht das Wasser rundherum in Tümpeln auf dem Nachbargrundstücken und bietet bei 31 Grad Hitze die perfekte Brutstätte für Moskitos. "Die Gefahr für Malaria und Dengue-Fieber steigt", warnt  Dr. Vera Fleig übers Telefon. Die  Ärztin hat mit mir vor neun Jahren  das Hilfsprojekt ins Leben gerufen, um die Kinder im Miro-Waisenhaus zu unterstützen.
Laut Weltgesundheitsorganisation starben allein 2017 weltweit rund 435.000 Menschen an Malaria. Auch das Dengue-Fieber kann potentiell tödlich sein. Prima, denke ich und schaue auf die grüne Glibbermasse, die sich Garten schimpft. 

Ohne Platz im Garten wird es eng werden beim großen Kindergeburtstag, den wir vorbereiten. Weil die meisten der 45 Miro-Kinder als Babys auf den Müll geworfen wurden oder in jungen Jahren ihre Eltern verloren haben, wissen wir nicht, wann genau sie geboren wurden. Deshalb feiern wir einmal im Jahr eine große Geburtstagsparty für alle zusammen. Zeitgleich ist es auch der Geburtstag des Miro-Heims, das Leiterin Josephine Mutisya vor nun zehn Jahren gegründet hat, um schutzbedürftigen Kindern ein Zuhause zu schenken. So wie den beiden Neuankömmlingen im Miro-Heim. Die Sechsjährige und ihr zweijähriger Bruder mussten mitansehen, wie ihr Vater ihrer Mutter die Kehle durchtrennt hat. Es sind unvorstellbare Dinge, die die meisten dieser Kinder durchleben mussten. Im Miro-Heim sollen sie diese Schrecken vergessen. 

Abby kriegt die Haare schön gemacht für die Geburtstagsparty.
Abby kriegt die Haare schön gemacht für die Geburtstagsparty.

"Deshalb ist es wichtig, ihnen einmal im Jahr ein großes Fest zu ermöglichen", erklärt Josephine. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Alle sind mega-aufgedreht. Die Mädchen bekommen die Haare bunt eingeflochten. Weil mir Condor wieder 20 zusätzliche Kilo Spendengepäck bewilligt hat und weil viele liebe  Spender aus Marburg - Biedenkopf und ganz Deutschland mir Schuhe zukommen ließen, kann sich jedes Kind mit einem neuen Paar eindecken. 

Die Freude ist riesig. Stolz präsentieren die Kids ihr Festtagsoutfit. 
Koch Felix schlachtet mit Hilfe der älteren Jungs zwei Ziegen. Freunde, Verwandte und Bekannte kommen, um das Festmahl vorzubereiten. Es gibt Reis mit Ziegenfleisch, Chapati (Fladenbrot), Weißkraut und Hühnchen. Wir schmücken das Haus mit bunten Ballons und Bändern.

Nach und nach trudeln mehr Gäste ein. Die Belegschaft eines Hotels schenkt fünf Kuchen. Fröhliche Musik dröhnt aus Boxen. Die Kinder beten, singen und klatschen und springen begeistert im Takt. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Ruhig wird es nur beim Essen, wenn sich alle den Bauch so voll schlagen wie möglich. Es erstaunt mich immer wieder, was in so einen kleinen Magen reinpasst. Aber Kinder, die gehungert haben, nutzen diese Chance zur Völlerei. Der einstudierte Song der älteren Kinder wird frenetisch gefeiert.  

Zum Schluss verteile ich die Geschenke. Vielen Dank an all die lieben Spender, die uns Spiele, Geometrie-Sets und vieles mehr zukommen ließen. MedEl hat jedem Kind einen Turnbeutel gesponsert. Zusätzlich hab ich jedem Kind noch Stifte und ein Buch besorgt,sodass jedes Kind in etwa die gleichen Sachen bekommt und sich nicht benachteiligt fühlt. Die Freude ist riesig. Vielen Dank an alle, die mit ihrer Unterstüzung zu diesem

Asante sana!

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MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.