Neues aus dem Kinderheim

Auf dieser Seite werden wir Sie regelmäßig über die Neuigkeiten im Kinderheim in Kenia informieren. Wir stehen mit der Heimleiterin Josephine Mutisya und vielen Freiwilligen über Emails in regelmäßigem Kontakt. Hier werden wir auch über jeden neuen Besuch berichten.

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.
Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.

Nicht nur wegen der guten medizinischen Versorgung hier bin ich froh, dass sich das MiRO-Kinderheim an der Küste Kenias befindet. Vor allem angesichts der katastrophalen Dürre und ihren verheerenden Auswirkungen in 23 von 47 Bezirken Kenias. Bereits im Februar hatte der kenianische Präsident den Katastrophenzustand ausgerufen. Laut Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen. 

Hilfsorganisationen mahnen, dass in ganz Ostafrika  zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhalten.

 

Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.
Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.

In der Küstenregion rund um Mombasa macht sich die Dürre vor allem durch eine Lebensmittelknappheit und eine extreme Preissteigerung bemerkbar. „Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt, manche Sachen sind auf dem Markt überhaupt nicht mehr bekommen“, berichtet Heimleiterin Josephine Mutisya. Um so wichtiger wäre nun, ein eigenes Stück Land zu haben, wo man selbst Mais und andere Nahrungsmittel anbauen könnte. Denn noch immer besteht die Hoffnung auf den erlösenden Regen und die so wichtigen Früchte, die er mit sich bringt.

Jonah hat Spaß beim malen.
Jonah hat Spaß beim malen.

 Die 36 MiRO-Kinder im Alter von fünf Monaten bis zu 16 Jahren merken nichts von dem Ausnahmezustand den die Regierung im Januar ausgerufen hat. Sie haben gerade Schulferien und sind für jede Form der Abwechslung dankbar. Vormittags versuche ich Nachhilfe zu geben, ohne an dem Krach zu verzweifeln. Eins ist sicher: Der Schweigefuchs ist in Kenia auf verlorenem Posten. Und: Ich bin nicht zur Lehrerin geboren! Aber die Großen helfen mir tatkräftig, die Kleinen zu bändigen.  Nachmittags versuchen wir, der Enge des ummauerten Wohnhauses, das nun seit vier Jahren als Kinderheim genutzt wird zu entfliehen. Vor allem die heranwachsenden Jungs müssen sich austoben. Also geht’s auf ein benachbartes Feld zum Fußballspielen.

Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.
Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.

 Die Kinder freuen sich über die von mir mitgebrachten Freizeitschuhe aus Deutschland, die liebe Freunde gespendet haben. Aufgeregt rennen selbst die Kleinen mit ihren neuen Sandalen umher und jubeln (Siehe Fotogalerie). Doch auch für die Schule, die in zwei Wochen wieder losgeht, müssen neue Schuhe herbei. Denn die schwarzen Lederschuhe, die zur Uniform gehören, sind bei den meisten voller Löcher.  Also stellen sich  die Jungen und Mädchen barfuß der Reihe nach auf ein Stück Papier und bestaunen, dass Bob, der Älteste, mit einem Stift die Umrisse ihrer Füße abzeichnet.  Für 120 Euro kaufe ich neue, schöne Schuhe. Hurra, die Schule kann kommen. 

Das defekte Abwasserrohr wird repariert.
Das defekte Abwasserrohr wird repariert.

36 kleine und große Wirbelwinde auf so engem Raum zusammen, entfachen vor allem in den Ferien eine große Zerstörungskraft. Immer geht etwas kaputt. Mal ist es eine Glühbirne, die einem Fußball zum Opfer fällt, mal hält ein Wasserhahn der Experimentierfreude nicht stand. Diesmal sind  - mal wieder - die Wasserhähne im Badezimmer der Jungs und die Dusche im Badezimmer der Mädchen. Auch das Abwasserrohr vom oberen Bad ist schon seit einiger Zeit leck und sorgt bei 37  Grad Hitze für einen unangenehmen Gestank. Die Freude ist groß, als unser "Fundi" - ein Klempner - die Sachen alle repariert. Ich appelliere an die Vernunft der Kinder.  Gebetsmühlenartig wiederhole ich: „Bitte macht nicht immer alles kaputt“. Alle nicken, die pubertierenden Jungs schauen sich schuldbewusst und reumütig an und ich weiß doch, dass beim nächsten Besuch sicher wieder irgendetwas defekt sein wird. Hakuna matata. So ist es halt. 

Fotogalerie MiRO April 2017

0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

Reparaturarbeiten im Heim

Der Strandausflug- danke an die Spender!!!

0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

0 Kommentare

Do

26

Nov

2015

Alle packen mit an- ein neues Schlafzimmer, eine Hütte für Hund „Tiger“ und endlich wieder Wasser!

Dank der Spenden von Jan’s Familie und Freunden konnten wir bei unserem Aufenthalt im November vieles bewegt werden.

17 Jungs in einem Schlafraum, das ist definitiv zu viel. Da einige der kleinen Jungs aus dem Babyzimmer zu den größeren Jungs umgezogen sind, wird es nun ziemlich eng.

Daher hat meine Schwester Nadine Fleig, von Beruf Architektin, sich sofort des Problems angenommen.

Ein kleiner Raum im Erdgeschoß, der momentan eher als Lagerraum genutzt wird, ist die Lösung.

Als erstes wird im Hinterhof ein überdachtes Regal gebaut, wo die Kohle und andere Sachen gelagert werden können. Die Jungs sind Feuer und Flamme, schließlich wollen sie unbedingt ein zweites Zimmer. Also packen alle mit an und innerhalb von einem Nachmittag ist der Lagerraum leegeräumt.

Die Freunde und Familie von Jan, der das Kinderheim viele Jahre unterstützt hat, haben in Gedenken an ihn Geld gespendet. Mit diesem Geld ist es uns nun möglich, das neue Schlafzimmer einzurichten. Wir kaufen in Mombasa bei einem Schreiner zwei 120cm breite Stockbetten, die nur einen Tag später geliefert und vor Ort zusammengebaut werden.

Dazu wird noch Maß genommen und ein Schrank für das Mädchenzimmer, ein Küchenschrank und ein Schuhregal gezimmert.  Auch die Mädchen bekommen neue Matratzen. Alle sind aufgeregt und können die Fertigstellung kaum erwarten.

 

Noch einer wartet.  „Tiger“, der halbverhungerte Hund, der seit einigen Wochen im Kinderheim Zuflucht fand, hat es vor allem in der Regenzeit schwer.

Der kleine Garten des MiRO- Heims verwandelt sich dann nämlich in eine Schlammwiese.

Architektin Nadine zeichnet eine Hundehütte auf Stelzen. Der „Fundi“ (Suaheli für jegliche Art Handwerker) staunt nicht schlecht, so was hat er noch nie gebaut. Aber innerhalb eines Tages wird die Hütte fertig und „Tiger“  zieht ein.

 

Ein weiteres Problem, das wir gleich bei unserer Ankunft feststellen:  das Wasser im Haus musste abgestellt werden! Der Koch und die Hausmütter müssen das Wasser vom Aussentank mit Kanistern ins Haus schleppen. Ein untragbarer Zustand!

Die meisten Armaturen und Wasseranschlüsse im Haus sind defekt. Wir nehmen also Kontakt mit dem Fundi für Wasser auf. Wenige Tage später klettert Architektin Nadine mit den Wasser-Fundis aufs Dach, um den Wassertank dort zu untersuchen und danach werden alle Wasseranschlüsse/Waschbecken/Toiletten überprüft.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Armarturen erneuert, neue Dichtungsringe eingebaut und Rohre ausgewechselt. Die Freude vor allem bei Koch Felix, ist riesig, als das Wasser wieder läuft. Im nächsten Jahr wollen wir zwei der Toiletten umbauen lassen und kindgerechter machen.

 

Am Tag unserer Abreise ist es dann soweit. Die Betten sind aufgebaut und die Matratzen geliefert. Bob, der älteste Junge im Heim, holt seine Kurbeltaschenlampe, damit wir besseres Licht haben, um die Moskitonetze zu befestigen.

Strahlende Gesichter!

Und ein in seiner neuen Hütte bereits selig schlummernder Hund.

In nur kurzer Zeit konnten wir dank der Spenden vieles im Heim verbessern.

 

0 Kommentare

Sa

21

Nov

2015

35 Kinder feiern Geburtstag

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Das MiRO-Kinderheim feiert seinen sechsten Geburtstag und an diesem Tag wird auch der Geburtstag der Kinder gefeiert. Denn bei den meisten Kindern, die vom Jugendamt ins Miro-Heim gebracht werden, ist das Geburtsdatum unbekannt.

Viele Gäste sind eingeladen und auch die Kinder, die inzwischen in Pflegefamilien wohnen, reisen an.

Gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Dr.Stefan Blaser und erstmalig mit meiner Schwester Nadine Fleig bin ich wie jedes Jahr hier und bereite mit Heimleiterin Josephine die Feier vor. 

Meine Schwester bastelt mit den Kindern die Deko und schmückt das ganze Haus. Ihre Freundin Anna aus Hamburg hat für jedes Kind eine Hose oder ein Kleid genäht. Wir bemalen und bestempeln mit den Kindern für jeden einen Turnbeutel, in die die mitgebrachten Geschenke gefüllt werden.

Nadine hat 2 Koffer voll mit Sachspenden nach Kenia mitgebracht, so dass die Kinder am Geburtstag alle schöne Schuhe anhaben.


Es ist ein toller Tag. Die Kinder lachen und freuen sich über das gute Essen, die Musik, die Torte und natürlich die Geschenke! "Wow!", das hören wir heute sehr oft, als die Kinder feststellen, dass eine Frau aus Deutschland extra für sie Kleidung genäht hat. 

Wir danken allen, die durch ihre Spenden diesen Tag möglich gemacht haben. 

1 Kommentare

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.
Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.

Nicht nur wegen der guten medizinischen Versorgung hier bin ich froh, dass sich das MiRO-Kinderheim an der Küste Kenias befindet. Vor allem angesichts der katastrophalen Dürre und ihren verheerenden Auswirkungen in 23 von 47 Bezirken Kenias. Bereits im Februar hatte der kenianische Präsident den Katastrophenzustand ausgerufen. Laut Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen. 

Hilfsorganisationen mahnen, dass in ganz Ostafrika  zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhalten.

 

Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.
Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.

In der Küstenregion rund um Mombasa macht sich die Dürre vor allem durch eine Lebensmittelknappheit und eine extreme Preissteigerung bemerkbar. „Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt, manche Sachen sind auf dem Markt überhaupt nicht mehr bekommen“, berichtet Heimleiterin Josephine Mutisya. Um so wichtiger wäre nun, ein eigenes Stück Land zu haben, wo man selbst Mais und andere Nahrungsmittel anbauen könnte. Denn noch immer besteht die Hoffnung auf den erlösenden Regen und die so wichtigen Früchte, die er mit sich bringt.

Jonah hat Spaß beim malen.
Jonah hat Spaß beim malen.

 Die 36 MiRO-Kinder im Alter von fünf Monaten bis zu 16 Jahren merken nichts von dem Ausnahmezustand den die Regierung im Januar ausgerufen hat. Sie haben gerade Schulferien und sind für jede Form der Abwechslung dankbar. Vormittags versuche ich Nachhilfe zu geben, ohne an dem Krach zu verzweifeln. Eins ist sicher: Der Schweigefuchs ist in Kenia auf verlorenem Posten. Und: Ich bin nicht zur Lehrerin geboren! Aber die Großen helfen mir tatkräftig, die Kleinen zu bändigen.  Nachmittags versuchen wir, der Enge des ummauerten Wohnhauses, das nun seit vier Jahren als Kinderheim genutzt wird zu entfliehen. Vor allem die heranwachsenden Jungs müssen sich austoben. Also geht’s auf ein benachbartes Feld zum Fußballspielen.

Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.
Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.

 Die Kinder freuen sich über die von mir mitgebrachten Freizeitschuhe aus Deutschland, die liebe Freunde gespendet haben. Aufgeregt rennen selbst die Kleinen mit ihren neuen Sandalen umher und jubeln (Siehe Fotogalerie). Doch auch für die Schule, die in zwei Wochen wieder losgeht, müssen neue Schuhe herbei. Denn die schwarzen Lederschuhe, die zur Uniform gehören, sind bei den meisten voller Löcher.  Also stellen sich  die Jungen und Mädchen barfuß der Reihe nach auf ein Stück Papier und bestaunen, dass Bob, der Älteste, mit einem Stift die Umrisse ihrer Füße abzeichnet.  Für 120 Euro kaufe ich neue, schöne Schuhe. Hurra, die Schule kann kommen. 

Das defekte Abwasserrohr wird repariert.
Das defekte Abwasserrohr wird repariert.

36 kleine und große Wirbelwinde auf so engem Raum zusammen, entfachen vor allem in den Ferien eine große Zerstörungskraft. Immer geht etwas kaputt. Mal ist es eine Glühbirne, die einem Fußball zum Opfer fällt, mal hält ein Wasserhahn der Experimentierfreude nicht stand. Diesmal sind  - mal wieder - die Wasserhähne im Badezimmer der Jungs und die Dusche im Badezimmer der Mädchen. Auch das Abwasserrohr vom oberen Bad ist schon seit einiger Zeit leck und sorgt bei 37  Grad Hitze für einen unangenehmen Gestank. Die Freude ist groß, als unser "Fundi" - ein Klempner - die Sachen alle repariert. Ich appelliere an die Vernunft der Kinder.  Gebetsmühlenartig wiederhole ich: „Bitte macht nicht immer alles kaputt“. Alle nicken, die pubertierenden Jungs schauen sich schuldbewusst und reumütig an und ich weiß doch, dass beim nächsten Besuch sicher wieder irgendetwas defekt sein wird. Hakuna matata. So ist es halt. 

Fotogalerie MiRO April 2017

0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

Reparaturarbeiten im Heim

Der Strandausflug- danke an die Spender!!!

0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

0 Kommentare

Do

26

Nov

2015

Alle packen mit an- ein neues Schlafzimmer, eine Hütte für Hund „Tiger“ und endlich wieder Wasser!

Dank der Spenden von Jan’s Familie und Freunden konnten wir bei unserem Aufenthalt im November vieles bewegt werden.

17 Jungs in einem Schlafraum, das ist definitiv zu viel. Da einige der kleinen Jungs aus dem Babyzimmer zu den größeren Jungs umgezogen sind, wird es nun ziemlich eng.

Daher hat meine Schwester Nadine Fleig, von Beruf Architektin, sich sofort des Problems angenommen.

Ein kleiner Raum im Erdgeschoß, der momentan eher als Lagerraum genutzt wird, ist die Lösung.

Als erstes wird im Hinterhof ein überdachtes Regal gebaut, wo die Kohle und andere Sachen gelagert werden können. Die Jungs sind Feuer und Flamme, schließlich wollen sie unbedingt ein zweites Zimmer. Also packen alle mit an und innerhalb von einem Nachmittag ist der Lagerraum leegeräumt.

Die Freunde und Familie von Jan, der das Kinderheim viele Jahre unterstützt hat, haben in Gedenken an ihn Geld gespendet. Mit diesem Geld ist es uns nun möglich, das neue Schlafzimmer einzurichten. Wir kaufen in Mombasa bei einem Schreiner zwei 120cm breite Stockbetten, die nur einen Tag später geliefert und vor Ort zusammengebaut werden.

Dazu wird noch Maß genommen und ein Schrank für das Mädchenzimmer, ein Küchenschrank und ein Schuhregal gezimmert.  Auch die Mädchen bekommen neue Matratzen. Alle sind aufgeregt und können die Fertigstellung kaum erwarten.

 

Noch einer wartet.  „Tiger“, der halbverhungerte Hund, der seit einigen Wochen im Kinderheim Zuflucht fand, hat es vor allem in der Regenzeit schwer.

Der kleine Garten des MiRO- Heims verwandelt sich dann nämlich in eine Schlammwiese.

Architektin Nadine zeichnet eine Hundehütte auf Stelzen. Der „Fundi“ (Suaheli für jegliche Art Handwerker) staunt nicht schlecht, so was hat er noch nie gebaut. Aber innerhalb eines Tages wird die Hütte fertig und „Tiger“  zieht ein.

 

Ein weiteres Problem, das wir gleich bei unserer Ankunft feststellen:  das Wasser im Haus musste abgestellt werden! Der Koch und die Hausmütter müssen das Wasser vom Aussentank mit Kanistern ins Haus schleppen. Ein untragbarer Zustand!

Die meisten Armaturen und Wasseranschlüsse im Haus sind defekt. Wir nehmen also Kontakt mit dem Fundi für Wasser auf. Wenige Tage später klettert Architektin Nadine mit den Wasser-Fundis aufs Dach, um den Wassertank dort zu untersuchen und danach werden alle Wasseranschlüsse/Waschbecken/Toiletten überprüft.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Armarturen erneuert, neue Dichtungsringe eingebaut und Rohre ausgewechselt. Die Freude vor allem bei Koch Felix, ist riesig, als das Wasser wieder läuft. Im nächsten Jahr wollen wir zwei der Toiletten umbauen lassen und kindgerechter machen.

 

Am Tag unserer Abreise ist es dann soweit. Die Betten sind aufgebaut und die Matratzen geliefert. Bob, der älteste Junge im Heim, holt seine Kurbeltaschenlampe, damit wir besseres Licht haben, um die Moskitonetze zu befestigen.

Strahlende Gesichter!

Und ein in seiner neuen Hütte bereits selig schlummernder Hund.

In nur kurzer Zeit konnten wir dank der Spenden vieles im Heim verbessern.

 

0 Kommentare

Sa

21

Nov

2015

35 Kinder feiern Geburtstag

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Das MiRO-Kinderheim feiert seinen sechsten Geburtstag und an diesem Tag wird auch der Geburtstag der Kinder gefeiert. Denn bei den meisten Kindern, die vom Jugendamt ins Miro-Heim gebracht werden, ist das Geburtsdatum unbekannt.

Viele Gäste sind eingeladen und auch die Kinder, die inzwischen in Pflegefamilien wohnen, reisen an.

Gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Dr.Stefan Blaser und erstmalig mit meiner Schwester Nadine Fleig bin ich wie jedes Jahr hier und bereite mit Heimleiterin Josephine die Feier vor. 

Meine Schwester bastelt mit den Kindern die Deko und schmückt das ganze Haus. Ihre Freundin Anna aus Hamburg hat für jedes Kind eine Hose oder ein Kleid genäht. Wir bemalen und bestempeln mit den Kindern für jeden einen Turnbeutel, in die die mitgebrachten Geschenke gefüllt werden.

Nadine hat 2 Koffer voll mit Sachspenden nach Kenia mitgebracht, so dass die Kinder am Geburtstag alle schöne Schuhe anhaben.


Es ist ein toller Tag. Die Kinder lachen und freuen sich über das gute Essen, die Musik, die Torte und natürlich die Geschenke! "Wow!", das hören wir heute sehr oft, als die Kinder feststellen, dass eine Frau aus Deutschland extra für sie Kleidung genäht hat. 

Wir danken allen, die durch ihre Spenden diesen Tag möglich gemacht haben. 

1 Kommentare

Mo

27

Apr

2015

Danke für diesen guten Morgen...

Und ich sag noch, zwei Männer und eine dicke weiße Frau sind zu viel für ein  Motorrad. Jetzt stehe ich knöcheltief im Schlamm und grabe mit den Händen nach meinen Flipflops. Hakuna Matata. Seit einer halben Stunde sind Koch Felix und ich mit dem BodaBoda –einem Motorradtaxi -unterwegs nach Moshomoroni. Wir wollen Paulo und Jemmo besuchen, die nun wieder bei ihren Eltern leben. Die Straßen dorthin sind…ich sag mal so…abenteuerlich. Da es am Vortag durchgängig geregnet hat, sind die buckeligen Pfade völlig verschlammt. Weder Tuktuk noch Auto kommen hier durch. Und auch unser wagemutiger BodaBoda-Fahrer kapituliert mehrmals und akzeptiert schließlich widerwillig, dass ich an unzugänglichen Stellen lieber gleich absteigen möchte.

Nach gut einer dreiviertel Stunde haben wir es geschafft.  Wir stehen vor einer kleinen Hütte. Ist aber keiner drin. Eine Nachbarin erklärt uns, dass die Familie umgezogen ist. Ihr Sohn soll uns hinbringen. Wir bahnen uns unseren Weg durch die hügelige Siedlung  aus einfachen Wellblechhütten. Nach 15 Minuten Fußmarsch vorbei an einem See aus Müll erreichen wir schließlich das Haus. Ich hoffe, dass die beiden da sind. Natürlich weiß keiner, dass wir kommen. Rund vier Jahre haben Paulo und Jemmo im MiRO-Heim gelebt. Dann sind ihre Eltern aufgetaucht, konnten dem Jugendgericht glaubhaft versichern, dass sie sich nun um ihre Kinder kümmern können und bekamen das Sorgerecht zurück. Unser Verein Help-for-MiRO unterstützt die Familie weiterhin, indem wir das Schulgeld bezahlen und so das wichtigste garantieren: Bildung und damit die Chance auf eine besser Zukunft für die ganze Familie.



Der junge Nachbar führt uns zu einem Steinhaus, in dem mehrere Familien leben. Im hinteren Bereich ruft er den Vater der Jungen. Dieser  kommt heraus und traut seinen Augen nicht. Mit mir hätte er wohl nicht gerechnet. Paulo auch nicht. Der Achtjährige tappst mit offenem Mund auf mich zu – und kann lange Zeit nichts sagen. Erst als ich ihn bitte, seinen Bruder zu holen, der irgendwo mit anderen Kindern spielt, grinst er sein typisches Grinsen und sprintet los.

Derweil quetsche ich die Eltern der Jungs aus. Sein Vater erzählt mir, dass er manchmal auf einem Markt arbeitet. Seine Frau kümmert sich um die Kinder. „Haha…Nadine“, lacht jemand plötzlich hinter mir. Paulo  hat Jemmo gefunden. Der Sechsjährige kommt strahlend auf mich zu und umarmt mich. Ich überreiche den beiden ein paar Geschenke. Bücher, Schreibhefte und Bleistifte sowie einen Brief von ihren Freunden aus Deutschland. Das Memoryspiel probieren wir gleich aus. Wir setzen uns draußen in den Schatten unter einen Verschlag aus Brettern und Plastikplanen. „Hier halten wir immer Gottesdienst ab“, erklärt eine ältere Frau, die dort an einer Nähmaschine sitzt und ein grünes Hemd bearbeitet. Immer mehr Menschen und Kinder strömen herbei und spielen mit. „Das sind meine Freunde“, erklärt mir Paulo und stellt jeden einzelnen vor. Jemmo lacht ständig und erklärt seiner Mutter – die kein Englisch spricht – wie die Tiere auf den Memorykarten auf  Englisch ausgesprochen werden.


Ich bin beruhigt. Anscheinend geht es ihnen gut. Zwar leben sie jetzt in bescheidenen Verhältnissen, aber die Kinder sehen wohlgenährt aus und wirken glücklich. Als sie ins Heim kamen, konnten die  extrem jungen Eltern die beiden nicht versorgen. Jemmo war so mangelernährt, dass seine Knochen wie aus Gummi waren und er sehr lange brauchte, bis er krabbeln, stehen, laufen konnte. Aber jetzt scheint alles gut.

Zurück im Heim: Regen, Regen, Regen. Das bedeutet nicht nur Bodaboda-Abenteuer, sondern auch Hüttenkoller und Wollmützen bei 27 Grad. „It is very cold“, findet Rebecca und setzt der kleinen Vena eine Strickmütze auf. Es schüttet wie aus Eimern. Der kleine Vorgarten gleicht einem schmutzigen See. Die Kinder können nicht raus und stellen das Haus auf den Kopf. Gut, dass Josephine einen Fernseher besorgt hat, der nun während der Ferien und Regenzeit die Rasselbande zumindest für die Länge von „Ariel, die Meerjungfrau“ zum Runterfahren bringt. Da haben auch die drei Killerkätzchen mal ein bisschen Ruhe vor den enthusiastischen Kuschelattacken. Mit den großen Kindern übe ich während der verregneten Ferientage ein bisschen Englisch und Deutsch. Mit großer Begeisterung lernen die Kinder an zwei Strophen von „Danke, für diesen guten Morgen“ auswendig.  „Let’s sing this in church“, schlägt Anna, die älteste, vor und erntet zustimmenden Beifall von den anderen. Am Sonntag machen sich die Kinder also schick – die Jungs ziehen Hemden an, die Mädchen präsentieren voller Stolz ihre weißen Kleider – und mit dem Matatu machen wir uns auf in eine der vielen regionalen Kirchen. Während der holprigen Fahrt tönen an jeder Ecke fröhliche Gesänge aus den Hallen, die als Kirchen genutzt werden.

Der Pfarrer und die Gemeinde empfangen uns überschwänglich. Mehrmals werde ich gefragt, wo meine Mutter und meine „Schwestern“ sind, die im vergangenen Jahr beim Ostergottesdienst dabei waren und anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Während des zweistündigen Gottesdienstes, bei dem ausgelassen gesungen und getanzt wird, sind dann auch wir irgendwann an der Reihe. Die Jungs nuscheln schüchtern vor sich hin, aber die Mädels schmettern unsere drei vorbereiteten Lieder lautstark durch die Halle.  Die Kirchengemeinde jubelt und der Pastor verlangt noch eine Zugabe. Na klar, natürlich von „Danke für diesen guten Morgen.“

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

mehr lesen 0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

mehr lesen 0 Kommentare

Do

26

Nov

2015

Alle packen mit an- ein neues Schlafzimmer, eine Hütte für Hund „Tiger“ und endlich wieder Wasser!

Dank der Spenden von Jan’s Familie und Freunden konnten wir bei unserem Aufenthalt im November vieles bewegt werden.

17 Jungs in einem Schlafraum, das ist definitiv zu viel. Da einige der kleinen Jungs aus dem Babyzimmer zu den größeren Jungs umgezogen sind, wird es nun ziemlich eng.

Daher hat meine Schwester Nadine Fleig, von Beruf Architektin, sich sofort des Problems angenommen.

Ein kleiner Raum im Erdgeschoß, der momentan eher als Lagerraum genutzt wird, ist die Lösung.

Als erstes wird im Hinterhof ein überdachtes Regal gebaut, wo die Kohle und andere Sachen gelagert werden können. Die Jungs sind Feuer und Flamme, schließlich wollen sie unbedingt ein zweites Zimmer. Also packen alle mit an und innerhalb von einem Nachmittag ist der Lagerraum leegeräumt.

Die Freunde und Familie von Jan, der das Kinderheim viele Jahre unterstützt hat, haben in Gedenken an ihn Geld gespendet. Mit diesem Geld ist es uns nun möglich, das neue Schlafzimmer einzurichten. Wir kaufen in Mombasa bei einem Schreiner zwei 120cm breite Stockbetten, die nur einen Tag später geliefert und vor Ort zusammengebaut werden.

Dazu wird noch Maß genommen und ein Schrank für das Mädchenzimmer, ein Küchenschrank und ein Schuhregal gezimmert.  Auch die Mädchen bekommen neue Matratzen. Alle sind aufgeregt und können die Fertigstellung kaum erwarten.

 

Noch einer wartet.  „Tiger“, der halbverhungerte Hund, der seit einigen Wochen im Kinderheim Zuflucht fand, hat es vor allem in der Regenzeit schwer.

Der kleine Garten des MiRO- Heims verwandelt sich dann nämlich in eine Schlammwiese.

Architektin Nadine zeichnet eine Hundehütte auf Stelzen. Der „Fundi“ (Suaheli für jegliche Art Handwerker) staunt nicht schlecht, so was hat er noch nie gebaut. Aber innerhalb eines Tages wird die Hütte fertig und „Tiger“  zieht ein.

 

Ein weiteres Problem, das wir gleich bei unserer Ankunft feststellen:  das Wasser im Haus musste abgestellt werden! Der Koch und die Hausmütter müssen das Wasser vom Aussentank mit Kanistern ins Haus schleppen. Ein untragbarer Zustand!

Die meisten Armaturen und Wasseranschlüsse im Haus sind defekt. Wir nehmen also Kontakt mit dem Fundi für Wasser auf. Wenige Tage später klettert Architektin Nadine mit den Wasser-Fundis aufs Dach, um den Wassertank dort zu untersuchen und danach werden alle Wasseranschlüsse/Waschbecken/Toiletten überprüft.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Armarturen erneuert, neue Dichtungsringe eingebaut und Rohre ausgewechselt. Die Freude vor allem bei Koch Felix, ist riesig, als das Wasser wieder läuft. Im nächsten Jahr wollen wir zwei der Toiletten umbauen lassen und kindgerechter machen.

 

Am Tag unserer Abreise ist es dann soweit. Die Betten sind aufgebaut und die Matratzen geliefert. Bob, der älteste Junge im Heim, holt seine Kurbeltaschenlampe, damit wir besseres Licht haben, um die Moskitonetze zu befestigen.

Strahlende Gesichter!

Und ein in seiner neuen Hütte bereits selig schlummernder Hund.

In nur kurzer Zeit konnten wir dank der Spenden vieles im Heim verbessern.

 

0 Kommentare

Sa

21

Nov

2015

35 Kinder feiern Geburtstag

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Das MiRO-Kinderheim feiert seinen sechsten Geburtstag und an diesem Tag wird auch der Geburtstag der Kinder gefeiert. Denn bei den meisten Kindern, die vom Jugendamt ins Miro-Heim gebracht werden, ist das Geburtsdatum unbekannt.

Viele Gäste sind eingeladen und auch die Kinder, die inzwischen in Pflegefamilien wohnen, reisen an.

Gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Dr.Stefan Blaser und erstmalig mit meiner Schwester Nadine Fleig bin ich wie jedes Jahr hier und bereite mit Heimleiterin Josephine die Feier vor. 

Meine Schwester bastelt mit den Kindern die Deko und schmückt das ganze Haus. Ihre Freundin Anna aus Hamburg hat für jedes Kind eine Hose oder ein Kleid genäht. Wir bemalen und bestempeln mit den Kindern für jeden einen Turnbeutel, in die die mitgebrachten Geschenke gefüllt werden.

Nadine hat 2 Koffer voll mit Sachspenden nach Kenia mitgebracht, so dass die Kinder am Geburtstag alle schöne Schuhe anhaben.


Es ist ein toller Tag. Die Kinder lachen und freuen sich über das gute Essen, die Musik, die Torte und natürlich die Geschenke! "Wow!", das hören wir heute sehr oft, als die Kinder feststellen, dass eine Frau aus Deutschland extra für sie Kleidung genäht hat. 

Wir danken allen, die durch ihre Spenden diesen Tag möglich gemacht haben. 

1 Kommentare

Mo

27

Apr

2015

Danke für diesen guten Morgen...

Und ich sag noch, zwei Männer und eine dicke weiße Frau sind zu viel für ein  Motorrad. Jetzt stehe ich knöcheltief im Schlamm und grabe mit den Händen nach meinen Flipflops. Hakuna Matata. Seit einer halben Stunde sind Koch Felix und ich mit dem BodaBoda –einem Motorradtaxi -unterwegs nach Moshomoroni. Wir wollen Paulo und Jemmo besuchen, die nun wieder bei ihren Eltern leben. Die Straßen dorthin sind…ich sag mal so…abenteuerlich. Da es am Vortag durchgängig geregnet hat, sind die buckeligen Pfade völlig verschlammt. Weder Tuktuk noch Auto kommen hier durch. Und auch unser wagemutiger BodaBoda-Fahrer kapituliert mehrmals und akzeptiert schließlich widerwillig, dass ich an unzugänglichen Stellen lieber gleich absteigen möchte.

Nach gut einer dreiviertel Stunde haben wir es geschafft.  Wir stehen vor einer kleinen Hütte. Ist aber keiner drin. Eine Nachbarin erklärt uns, dass die Familie umgezogen ist. Ihr Sohn soll uns hinbringen. Wir bahnen uns unseren Weg durch die hügelige Siedlung  aus einfachen Wellblechhütten. Nach 15 Minuten Fußmarsch vorbei an einem See aus Müll erreichen wir schließlich das Haus. Ich hoffe, dass die beiden da sind. Natürlich weiß keiner, dass wir kommen. Rund vier Jahre haben Paulo und Jemmo im MiRO-Heim gelebt. Dann sind ihre Eltern aufgetaucht, konnten dem Jugendgericht glaubhaft versichern, dass sie sich nun um ihre Kinder kümmern können und bekamen das Sorgerecht zurück. Unser Verein Help-for-MiRO unterstützt die Familie weiterhin, indem wir das Schulgeld bezahlen und so das wichtigste garantieren: Bildung und damit die Chance auf eine besser Zukunft für die ganze Familie.



Der junge Nachbar führt uns zu einem Steinhaus, in dem mehrere Familien leben. Im hinteren Bereich ruft er den Vater der Jungen. Dieser  kommt heraus und traut seinen Augen nicht. Mit mir hätte er wohl nicht gerechnet. Paulo auch nicht. Der Achtjährige tappst mit offenem Mund auf mich zu – und kann lange Zeit nichts sagen. Erst als ich ihn bitte, seinen Bruder zu holen, der irgendwo mit anderen Kindern spielt, grinst er sein typisches Grinsen und sprintet los.

Derweil quetsche ich die Eltern der Jungs aus. Sein Vater erzählt mir, dass er manchmal auf einem Markt arbeitet. Seine Frau kümmert sich um die Kinder. „Haha…Nadine“, lacht jemand plötzlich hinter mir. Paulo  hat Jemmo gefunden. Der Sechsjährige kommt strahlend auf mich zu und umarmt mich. Ich überreiche den beiden ein paar Geschenke. Bücher, Schreibhefte und Bleistifte sowie einen Brief von ihren Freunden aus Deutschland. Das Memoryspiel probieren wir gleich aus. Wir setzen uns draußen in den Schatten unter einen Verschlag aus Brettern und Plastikplanen. „Hier halten wir immer Gottesdienst ab“, erklärt eine ältere Frau, die dort an einer Nähmaschine sitzt und ein grünes Hemd bearbeitet. Immer mehr Menschen und Kinder strömen herbei und spielen mit. „Das sind meine Freunde“, erklärt mir Paulo und stellt jeden einzelnen vor. Jemmo lacht ständig und erklärt seiner Mutter – die kein Englisch spricht – wie die Tiere auf den Memorykarten auf  Englisch ausgesprochen werden.


Ich bin beruhigt. Anscheinend geht es ihnen gut. Zwar leben sie jetzt in bescheidenen Verhältnissen, aber die Kinder sehen wohlgenährt aus und wirken glücklich. Als sie ins Heim kamen, konnten die  extrem jungen Eltern die beiden nicht versorgen. Jemmo war so mangelernährt, dass seine Knochen wie aus Gummi waren und er sehr lange brauchte, bis er krabbeln, stehen, laufen konnte. Aber jetzt scheint alles gut.

mehr lesen

November 2014                                                            Fünfter Geburtstag des MiRO Heim -                                  und eine Fest für 38 Kinder!

Hier ein paar Eindrücke in Bilderform:

Juni 2013

Zwei Kinderrollstühle auf dem Weg von Ulm nach Mombasa

Dank der großzügigen Spende der Firma Sorg Rollstuhltechnik und der Mithilfe von Firma Häussler in Ulm konnten wir im Juni zwei Kinderrollstühle nach Mombasa mitnehmen.

 

Bei ihrer letzten Reise nach Kenia hat Nadine den 5-jährigen Samuel kennengelernt. Josephine, die Heimleiterin des MiRO Heimes, hat uns von Samuels Schicksal erzählt. Samuel lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in einem winzigen 2-Zimmerhaus in Mombasa. Samuel ist gelähmt. Er leidet an einer spastischen Zerebralparese - diese führt bei ihm zu einer spastischen Lähmung der Arme und Beine. Er kann nicht  laufen, nicht stehen und nicht sitzen.  Samuel muss gefüttert und gewickelt werden. 

Sein Leben fand in letzter Zeit hauptsächlich in einem kleinen dunklen Zimmer statt - denn für seine Mama ist Samuel langsam zu schwer, sie kann ihn kaum noch in einem Tuch auf dem Rücken herumtragen.

Ein Rollstuhl - das war der große Traum der Familie, jedoch für sie unbezahlbar.

Dieser Traum wurde nun Wahrheit. Natalie Häderer von Firma Häussler in Ulm hat uns geholfen. Eigentlich bräuchte Samuel aufgrund der Schwere seiner Behinderung eine Spezialanfertigung, die knapp 4000 Euro kostet und für die wir momentan noch keinen Sponsor gefunden haben. Die Firma Sorg Rollstuhltechnik hat jedoch spontan zwei Kinderrollstühle gespendet. Dr. Stefan Blaser und ich konnten die Rollstühle mit Unterstützung von Ethiopian Airways heil nach Mombasa bringen. Einen davon haben wir Samuels Familie gebracht. Samuel kann nun mehr am Leben teilhaben - er hat laut gelacht bei seiner ersten Fahrt. Die Familie, die sich so voller Liebe um ihren behinderten Sohn kümmert, war zu Tränen gerührt.

Der andere Rollstuhl ist eine große Hilfe im MiRO-Kinderheim - wenn eines der Kinder krank ist und in die Klinik gebracht werden muss.

 

Wir danken für die großartige Unterstützung!

Viele Grüße Vera

 

P.S.: Wir suchen weiterhin einen Spender, der die Spezialanfertigung für Samuels Rollstuhl - mit Nackenstütze, Outdoorrädern etc. finanzieren möchte....

Ich da - Brukenge, Hühner, Zähne weg (April 2012)

Spontanbesuch. Raus aus dem schmuddeligen Aprilwetter Marburgs hinein in 33 Grad schwüle Afrikahitze. Keiner weiß, dass ich hier bin. Ich klopfe an die schwere Eisentür. “Mzungu (ein Weißer)”, sagt eine Kinderstimme. Meine blassen Füße, die von innen zu sehen sind, verraten mich. Ich strecke meinen Kopf über das Tor und entdecke die Kinder. “Laaaaadiiiiine, Laaaaadiiiiine!!!” Rebecca, die konsequent mein N mit einem L ersetzt, ist die Erste, die mich erkennt. Sofort stürmen alle anderen Kinder aus dem Haus, reißen gemeinsam das Tor auf und fallen mir um die Beine. 

 

Es hat sich nicht viel verändert seit meinem letzten Besuch vor sechs Monaten. Die Bananenstauden tragen Früchte, die von Vera und den Kindern gepflanzten Blumen blühen mannshoch und das Schuhregal, das ich dank der finanziellen Unterstützung des Frauenkreises der Kirchengemeinde Halsdorf hab bauen lassen, bietet den dutzenden Schuhen Platz und Ordnung.

 

 

Doch dann die erste tolle Überraschung: Blessing zieht sich an einem Stühlchen hoch. Für mich persönlich eine kleine Sensation, denn das Mädchen ist fast zweieinhalb Jahre alt und wir hatten schon die Befürchtung, dass sie nie imstande sein würde zu laufen.

Doch die Physiotherapie hat offensichtlich geholfen. Nun tapst Blessing endlich an der Hand ihrer älteren Geschwister umher. Langsam. Schrittchen für Schrittchen.

 

Die anderen Kinder toben, klären mich über die Neuigkeiten auf. “Brukenge ist weg - die Hühner aber auch”, berichtet Samuel. Bei meinem letzten Besuch machten wir noch Jagd auf diese Mischung aus Echse und Kaiman - vergebens. Brukenge war da bei seiner Hühnerjagd erfolgreicher. 
“Nadine, schau mal, Isaac hat keine Zähne mehr”, ruft Sarah und zeigt auf die riesige Zahnlücke des Sechsjährigen, der sich verschämt wegdreht. “Na, das weiß ich doch, die sind mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen”, erkläre ich augenzwinkernd. Die Kinder schauen ungläubig, Isaac lacht sich schlapp. 

Natürlich bin ich nicht mit leeren Händen gekommen. Mein Koffer beherbergte neben drei kurzen Hosen und fünf T-Shirts für mich, noch 23 Kilo in Form von Kinderkleidung, zwei Schaukeln, einem Laufrad und diversen Geschenken der Paten aus Deutschland. Jeder bekommt eines. Jeder strahlt. Ich inklusive.

Geburtstagsfest für MIRO 19.11.2011

Happy Birthday Mighty Redeemer Orphanage! Am Samstag den 19. November 2011 feierten über 100 Gäste gemeinsam mit den Kindern den MiRO- Geburtstag. Da man bei den meisten Kindern nicht weiß, wann sie geboren sind, feiert das MiRO einmal im Jahr gemeinschaftlich Geburtstag. Die Ananda-Marga Schule stellte das Schulgebäude, die Aula und sogar eine Musikanlage zur Verfügung. Die Kirchengemeinde, der Bürgermeister (Chief) von Kiembeni, Freunde und natürlich viele Kinder kamen. Es wurde gesungen, gebetet, getanzt. Die MiRO-Kinder waren sehr aufgeregt, vor allem auch, da alle auf die Bühne durften und sich mit Mikrophon vorstellen durften. Das Essen wurde von 5 Helfern im Freien auf Feuerstellen gekocht und an alle Gäste verteilt.

Als Höhepunkt gab es den Geburtstagskuchen, der feierlich angeschnitten wurde.

Die Geschenke und Geburtstagskarten ihrer Paten in Deutschland, die wir extra für die Feier mitgebracht hatten, erhielt jedes der Kinder am Abend nach der Feier zu Hause im Kinderheim – schließlich sollen die anderen Gäste nicht neidisch werden.

Die MiRO-Kinder gemeinsam mit ihren Gästen aus ganz Mombasa hatten einen unvergesslichen Tag.

 

Sonnige Grüsse

Vera Fleig

Ein Tag am Meer

Junior hat sichtlich Spass.
Junior hat sichtlich Spass.

Sie leben nur wenige Minuten vom Meer entfernt, aber den Ozean haben sie noch nie gesehen. So zumindest war es bei unserem letzten Besuch im MiRO-Heim. Im November nahmen wir die Kinder zum ersten Mal mit ans Meer. So viel Wasser auf einmal - da hatten einige der Kinder verstaendlicherweise riesige Angst, auch nur einen Fuss ins Nass zu setzen. Doch diesmal war alles ganz anders: Es war kein Halten mehr: Lauthals jubelnd rannten die Kleinen gen Indischer Ozean - und diesmal waren auch die Aengstlichen nicht mehr zu bremsen. Schwimmen, Planschen, Rennen, Fussballspielen und im Sand buddeln - noch vor einem Jahr waere dies fuer die Kinder ein undenkbarer Luxus gewesen. Ergo: Es war fuer alle ein sehr, sehr schoener Tag > wie man auf den Bildern sehen kann.

Karibu Kenya! Willkommen zurueck! Maerz 2011

Seit einigen Tagen sind wir wieder zurueck in Kenia. Voellig unangemeldet haben wir dem Heim einen Ueberraschungsbesuch erstattet. Die Wiedersehensfreude mit den Kindern des MiRO-Waisenhauses war riesig! Es geht allen super. Wir sind sehr gluecklich, dass es hier so reibungslos laeuft und sich die Kinder so gut entwickeln. Hier ein paar erste Eindruecke :o)

Vielen Dank an alle, die uns so vielfaeltig unterstuetzen und so den Kindern des MiRO eine bessere Zukunft geben.

Help for MiRO e.V.

Spendenkonto:

 

Help for MiRO e.V.

Sparkasse Marburg -Biedenkopf

BLZ: 533 500 00

Kontonummer: 100072

IBAN: 

DE275335000000001000 72

 

BIC: HELADEF1MAR

 

MiRO is the short term for Mighty Redeemer Orphanage. The Mighty Redeemer Orphanage is a small children's home in a suburb of Mombasa, Kenya.

 Recently 38 children are living there. The youngest child was born in November 2014, the oldest two children were born in 2000.

The children had to suffer a lot in there young lives. Some of them have lost there parents because of AIDS. Some of them have been thrown onto dumpsites or left alone on the streets of Mombasa.

 

They have been misused and mistreaten. They have starved and suffered. In 2009 Josephine Mutisya decided to help these children in giving them what they need the most: the love and care of a family.

We are supporting this project since 2010.