Neues aus dem Kinderheim

Auf dieser Seite werden wir Sie regelmäßig über die Neuigkeiten im Kinderheim in Kenia informieren. Wir stehen mit der Heimleiterin Josephine Mutisya und vielen Freiwilligen über Emails in regelmäßigem Kontakt. Hier werden wir auch über jeden neuen Besuch berichten.

Sa

02

Dez

2017

Ein Geburtstag für 40 Kinder

Eigentlich müsste sie tot sein. 
Als Bahati ins MiRO Heim gebracht wurde, wog das kleine Baby gerade einmal 1,1 Kilo. 
“Ich habe geweint, als ich sie gesehen habe“ , erinnert sich MiRO- Heimleiterin Josephine Mutisya. 
Zwei Wochen ist das jetzt her. Seitdem kämpfen Josephine und die Hausmütter jeden Tag um das Leben des Babys, das von seiner Mutter einfach kurz nach der Geburt in einem Krankenhaus zurückgelassen wurde. Noch immer hat das Baby spindeldürre Ärmchen und ein ausgemergeltes Gesichtchen. Ich traue mich kaum, das winzige Häufchen Mensch anzufassen, aus Angst, ich könnte mit einer einzig falschen Bewegung ihr kurzes Leben auslöschen. Doch Josephine ist guter Dinge. Sie glaubt fest daran, dass sie das Baby durchbringen werden. Deshalb haben sie es Bahati getauft. Es bedeutet Glück auf Suaheli.
Ich schaue  mich im Babyzimmer um. Sonnenstrahlen fallen auf die  dicken Gesichter von Elijah und Pendo. Der vier Monate alte Junge und das fünf Monate alte Mädchen waren in kaum einem besseren Zustand als Bahati, als sie vom Jugendamt ins MiRO gebracht wurden. Heute sind beide wohlgenährt. Das kostet viel Geld. Säuglingsnahrung ist unheimlich teuer. Deshalb lehnen die meisten Waisenäuser Babys ab. Doch ich kann MiRO-Heimleiterin Josephine verstehen, auch ich könnte so einem armseligen Würmchen nicht einfach die Chance auf Leben verweigern. 
In den acht Jahren, in denen das Heim vornehmlich aus Deutschland unterstützt wird, konnte insgesamt mehr als 100 Kindern geholfen werden. Viele dieser Kinder wurden als Babys ausgesetzt. Manche zum Sterben auf den Müll geworfen. Andere haben ihre Eltern verloren, haben gehungert oder wurden missbraucht. “Manche Babys bleiben nur ein paar Monate zum Aufpeppeln, bis sie in Pflegefamilien untergebracht werden“, erklärt Josephine. 
3000 Euro überweist der in Marburg ansässige Verein monatlich ans MiRO-Heim. Mindestens zwei Mal im Jahr überprüfen Dr. Vera Fleig, ihr Mann Dr. Stefan Blaser und ich den Einsatz der Spendengelder. Davon wird eine medizinische Versorgung sowie die ausgewogene Ernährung garantiert, die Schule, die Miete für das Haus, der Koch und die Hausmütter bezahlt. Momentan leben 40 Kinder im Heim. Bahati, Pendo, Seth, Elijah und Gift sind unter einem Jahr alt. Weil man von den meisten das Geburtsdatum nicht kennt, feiert das MiRO-Kinderheim ein Mal im Jahr ein gemeinsames Geburtstagsfest.   

 Seit Wochen freuen sich die Kinder auf diesen..ihren...Tag. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Koch bereitet mit Hilfe der Hausmütter Reis, Chapati (würzige Pfannkuchen), Pilau (Gemüseintopf) und zur Feier des Tages auch Fleisch vor. Die großen Kinder helfen fleißig mit. Gemeinsam sitzen sie im Schatten hinter dem Haus und waschen Tomaten und zupfen Salat. Es dauert ewig. Bei 35 Grad im Schatten geht eben alles etwas langsamer. 

“Es wird aber eine kleine Party, viele Freunde von uns sind aufgrund der politischen Lage nicht an der Küste“, erklärt Josephine und blättert besorgt in der Tageszeitung “Daily Nation“.  Aufgrund der Präsidentschaftswahl kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei. Mehr als 60 Menschen kamen bei Straßenschlachten ums Leben.  Momentan ist in der Küstenstadt Mombasa trügerische Ruhe eingekehrt. Doch glaubt man politischen Beobachtern wird es in dem tief gespaltenen Land weiterhin zu Spannungen kommen.
 Ein anderer Grund, warum die Geburtstagsparty der MiRO-Kinder klein wird, sind die Windpocken. Fast alle Jungen und Mädchen hatten oder haben mit der hoch ansteckenden Kinderkrankheit zu kämpfen. Vor allem für meine Schwester Johanna ist das eine beschissene Nachricht. Da sie als Kind keine Windpocken hatte, ist sie dazu verdammt, den Kindern fern zu bleiben. “Da ich extra für den Geburtstag nach Kenia geflogen bin, ist das echt übel“, sagt sie traurig. 
Dank Johanna, meiner Mutter Marita und meiner Freundin Miriam konnten wir insgesamt 80 Kilogramm an Spenden mitnehmen. Freunde, Verwandte und Bekannte haben seit Monaten Stifte, Rucksäcke, Federmäppchen und Schuhe bei uns abgegeben, die nun in fünf vollgepackten Koffern im kleinen, mit Luftballons und bemalten Wimpeln geschmückten Garten des MiRO-Heims liegen. Zuerst werden die Schuhe ausgepackt. “Oiiijooo das sind tolle Schuhe“, ruft die achtjährige Blessing und klatscht in die Hände.Geduldig probieren die Jungen und Mädchen so lange Schuhe an, bis alle ein passendes Paar haben.
Nach dem Festmahl geht's Auspacken weiter: “Jay...wow!!!“ Erfreute Rufe begleiten mein Öffnen der Koffer. Für jedes Kind haben wir einen passenden Rucksack samt mit Stiften, Radiergummis, Linealen und Spitzern gefüllten Federmäppchen vorbereitet. Die Kinder strahlen übers ganze Gesicht. “Wonderful, wonderful, wonderful“, ruft Blessing und hüpft mit Abby um die Wette.  Den gesamten Abend sind die Kinder damit beschäftigt sich lauthals lachend ihre Geschenke zu zeigen. 

 

 

Deshalb noch einmal: Von Herzen vielen Dank an alle für diese tollen Geschenke! ASANTE SANA!!!
Eure Nadine!

Hier die Bildergalerie :)

So

30

Jul

2017

Von Hamsterkäufen vor den Wahlen, vier neuen Babies und vom langersehnten Landkauf

 

von Vera Fleig

 

Am 8.August wird in Kenia eine neue Regierung gewählt. Die Bevölkerung ist jetzt schon in heller Aufregung. Es wird befürchtet, dass es wie bereits bei vergangenen Wahlen wieder Unruhen geben wird.
Kurz vor den Wahlen reisen mein Mann Stefan und ich Mitte Juli nochmals nach Kenia und besuchen in unserem Sommerurlaub das Kinderheim.
Bei der Vereinssitzung von Help for MiRO im Juni 2017 hatten die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass wir die Heimleiterin vor Ort mit Lebensmittelspenden unterstützen sollen. Aufgrund der anhaltenden Lebensmittelkrise in ganz Ostafrika und den nun bevorstehenden Wahlen, bei denen erwartet wird, dass die Geschäfte für Wochen geschlossen bleiben, sind wir zu Hamsterkäufen losgezogen. Zwar überweist Help for MiRO  3000 Euro pro Monat zur Finanzierung des Heims, doch aufgrund der momentanen Lebensmittelknappheit, den stark steigenden Lebensmittelpreisen und der Angst vor den Wahlen wollten wir alle auf Nummer sicher gehen.
Daher haben wir die Speisekammer mit u.a. 250kg Reis, 50l Öl, 50kg Zucker, 20kg Nudeln etc. aufgefüllt.
Während der Wahlen bleiben die Schulen und Ämter geschlossen, bis sich die neue Regierung gebildet hat. Viele Geschäfte machen wochenlang zu und auch die Trinkwasser-und Stromversorgung seien häufig unterbrochen. Es herrscht große Unsicherheit im ganzen Land.
Help for MiRO kauft daher einen Stromgenerator sowie 2 zusätzliche 2500l Wassertanks, die vor den Wahlen mit Trinkwasser aufgefüllt werden.
Gute Vorbereitung ist wichtig, denn im Kinderheim leben momentan 38 Kinder. Am 18.Juli wurde während unserer Zeit vor Ort vom Jugendamt ein erst 2 Tage alter Säugling ins Heim gebracht. Der Junge wurde im Krankenhaus geboren und dann von seiner Mutter aus unbekannten Gründen zurückgelassen. Wahrscheinlich, weil sie ihrem Baby als Teenagermama keine Zukunft schenken kann. Die Hausmütter haben nun alle Hände voll zu tun, denn es leben momentan 4 Kinder unter 6 Monaten im Heim.
Immer wieder werden Säuglinge auf dem Müll ausgesetzt, im Krankenhaus zurückgelassen oder die Mutter verstirbt bei der Geburt. Viele Kinderheime lehnen die Aufnahme von so kleinen Kindern ab, da die Versorgung schwierig und teuer ist. Das Babymilchpulver gibt es nur in der Stadt zu kaufen und das ist sehr teuer. Die medizinische Versorgung von Säuglingen, die in den Tropen häufig an Infektionskrankheiten leiden, ist ebenfalls sehr teuer und aufwendig.
Im MiRO-Heim finden diese Babies einen Zufluchtsort. Die Heimleiterin versucht  gemeinsam mit den Hausmüttern, die Säuglinge aufzupeppeln. Nachdem die kritischsten ersten 6 Monate dann überstanden sind, wird versucht eine passende kenianische Pflegefamilie zu finden. So konnte vor kurzem die kleine Gabriela bei einer kinderlosen, kenianischen Lehrerfamilie ein wundervolles zuhause finden.
Nicht alle Kinder haben dieses Glück. Gerade behinderte Kinder, Kinder mit Tuberkulose oder anderen Infektionskrankheiten sind in Kenia kaum vermittelbar. Sie  werden voraussichtlich im MiRO-Heim ein dauerhaftes zuhause finden.

Da die MiRO Familie weiter wächst und die Kinder größer werden, ist die Hoffnung und Sehnsucht nach einem eigenen Haus mit mehr Platz größer als je zuvor. Dank einer für den Landkauf zweckgebundenen Großspende von einem deutschen Ehepaar rückt dieser Traum vom eigenen Land nun in greifbare Nähe. Nur 10 min zu Fuß vom jetzigen Mietshaus entfernt haben wir bei einem unserer letzten Aufenthalte ein kleines Grundstück entdeckt, das zum Verkauf steht. Ein Grundstück, auf dem problemlos Wasser- und Strom angeschlossen werden kann und das bereits jetzt von den Kindern als Spielplatz und Garten genutzt werden kann. Vor Ort haben wir im Namen von Help for MiRO e.V. nun alles juristisch notwendige organisiert, um dieses Land für die Kinder zu kaufen. Wir hoffen, dass die Wahlen ruhig verlaufen. Und dass Help for MiRO nach den Wahlen endlich den notwendigen Grundbucheintrag (title deed) erhält und dank hoffentlich vieler, vieler Spenden mit dem Bau eines eigenen Hauses für die Kinder beginnen kann. 

 

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.
Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.

Nicht nur wegen der guten medizinischen Versorgung hier bin ich froh, dass sich das MiRO-Kinderheim an der Küste Kenias befindet. Vor allem angesichts der katastrophalen Dürre und ihren verheerenden Auswirkungen in 23 von 47 Bezirken Kenias. Bereits im Februar hatte der kenianische Präsident den Katastrophenzustand ausgerufen. Laut Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen. 

Hilfsorganisationen mahnen, dass in ganz Ostafrika  zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhalten.

 

Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.
Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.

In der Küstenregion rund um Mombasa macht sich die Dürre vor allem durch eine Lebensmittelknappheit und eine extreme Preissteigerung bemerkbar. „Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt, manche Sachen sind auf dem Markt überhaupt nicht mehr bekommen“, berichtet Heimleiterin Josephine Mutisya. Um so wichtiger wäre nun, ein eigenes Stück Land zu haben, wo man selbst Mais und andere Nahrungsmittel anbauen könnte. Denn noch immer besteht die Hoffnung auf den erlösenden Regen und die so wichtigen Früchte, die er mit sich bringt.

Jonah hat Spaß beim malen.
Jonah hat Spaß beim malen.

 Die 36 MiRO-Kinder im Alter von fünf Monaten bis zu 16 Jahren merken nichts von dem Ausnahmezustand den die Regierung im Januar ausgerufen hat. Sie haben gerade Schulferien und sind für jede Form der Abwechslung dankbar. Vormittags versuche ich Nachhilfe zu geben, ohne an dem Krach zu verzweifeln. Eins ist sicher: Der Schweigefuchs ist in Kenia auf verlorenem Posten. Und: Ich bin nicht zur Lehrerin geboren! Aber die Großen helfen mir tatkräftig, die Kleinen zu bändigen.  Nachmittags versuchen wir, der Enge des ummauerten Wohnhauses, das nun seit vier Jahren als Kinderheim genutzt wird zu entfliehen. Vor allem die heranwachsenden Jungs müssen sich austoben. Also geht’s auf ein benachbartes Feld zum Fußballspielen.

Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.
Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.

 Die Kinder freuen sich über die von mir mitgebrachten Freizeitschuhe aus Deutschland, die liebe Freunde gespendet haben. Aufgeregt rennen selbst die Kleinen mit ihren neuen Sandalen umher und jubeln (Siehe Fotogalerie). Doch auch für die Schule, die in zwei Wochen wieder losgeht, müssen neue Schuhe herbei. Denn die schwarzen Lederschuhe, die zur Uniform gehören, sind bei den meisten voller Löcher.  Also stellen sich  die Jungen und Mädchen barfuß der Reihe nach auf ein Stück Papier und bestaunen, dass Bob, der Älteste, mit einem Stift die Umrisse ihrer Füße abzeichnet.  Für 120 Euro kaufe ich neue, schöne Schuhe. Hurra, die Schule kann kommen. 

Das defekte Abwasserrohr wird repariert.
Das defekte Abwasserrohr wird repariert.

36 kleine und große Wirbelwinde auf so engem Raum zusammen, entfachen vor allem in den Ferien eine große Zerstörungskraft. Immer geht etwas kaputt. Mal ist es eine Glühbirne, die einem Fußball zum Opfer fällt, mal hält ein Wasserhahn der Experimentierfreude nicht stand. Diesmal sind  - mal wieder - die Wasserhähne im Badezimmer der Jungs und die Dusche im Badezimmer der Mädchen. Auch das Abwasserrohr vom oberen Bad ist schon seit einiger Zeit leck und sorgt bei 37  Grad Hitze für einen unangenehmen Gestank. Die Freude ist groß, als unser "Fundi" - ein Klempner - die Sachen alle repariert. Ich appelliere an die Vernunft der Kinder.  Gebetsmühlenartig wiederhole ich: „Bitte macht nicht immer alles kaputt“. Alle nicken, die pubertierenden Jungs schauen sich schuldbewusst und reumütig an und ich weiß doch, dass beim nächsten Besuch sicher wieder irgendetwas defekt sein wird. Hakuna matata. So ist es halt. 

Fotogalerie MiRO April 2017

0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

Reparaturarbeiten im Heim

Der Strandausflug- danke an die Spender!!!

0 Kommentare

Sa

02

Dez

2017

Ein Geburtstag für 40 Kinder

Eigentlich müsste sie tot sein. 
Als Bahati ins MiRO Heim gebracht wurde, wog das kleine Baby gerade einmal 1,1 Kilo. 
“Ich habe geweint, als ich sie gesehen habe“ , erinnert sich MiRO- Heimleiterin Josephine Mutisya. 
Zwei Wochen ist das jetzt her. Seitdem kämpfen Josephine und die Hausmütter jeden Tag um das Leben des Babys, das von seiner Mutter einfach kurz nach der Geburt in einem Krankenhaus zurückgelassen wurde. Noch immer hat das Baby spindeldürre Ärmchen und ein ausgemergeltes Gesichtchen. Ich traue mich kaum, das winzige Häufchen Mensch anzufassen, aus Angst, ich könnte mit einer einzig falschen Bewegung ihr kurzes Leben auslöschen. Doch Josephine ist guter Dinge. Sie glaubt fest daran, dass sie das Baby durchbringen werden. Deshalb haben sie es Bahati getauft. Es bedeutet Glück auf Suaheli.
Ich schaue  mich im Babyzimmer um. Sonnenstrahlen fallen auf die  dicken Gesichter von Elijah und Pendo. Der vier Monate alte Junge und das fünf Monate alte Mädchen waren in kaum einem besseren Zustand als Bahati, als sie vom Jugendamt ins MiRO gebracht wurden. Heute sind beide wohlgenährt. Das kostet viel Geld. Säuglingsnahrung ist unheimlich teuer. Deshalb lehnen die meisten Waisenäuser Babys ab. Doch ich kann MiRO-Heimleiterin Josephine verstehen, auch ich könnte so einem armseligen Würmchen nicht einfach die Chance auf Leben verweigern. 
In den acht Jahren, in denen das Heim vornehmlich aus Deutschland unterstützt wird, konnte insgesamt mehr als 100 Kindern geholfen werden. Viele dieser Kinder wurden als Babys ausgesetzt. Manche zum Sterben auf den Müll geworfen. Andere haben ihre Eltern verloren, haben gehungert oder wurden missbraucht. “Manche Babys bleiben nur ein paar Monate zum Aufpeppeln, bis sie in Pflegefamilien untergebracht werden“, erklärt Josephine. 
3000 Euro überweist der in Marburg ansässige Verein monatlich ans MiRO-Heim. Mindestens zwei Mal im Jahr überprüfen Dr. Vera Fleig, ihr Mann Dr. Stefan Blaser und ich den Einsatz der Spendengelder. Davon wird eine medizinische Versorgung sowie die ausgewogene Ernährung garantiert, die Schule, die Miete für das Haus, der Koch und die Hausmütter bezahlt. Momentan leben 40 Kinder im Heim. Bahati, Pendo, Seth, Elijah und Gift sind unter einem Jahr alt. Weil man von den meisten das Geburtsdatum nicht kennt, feiert das MiRO-Kinderheim ein Mal im Jahr ein gemeinsames Geburtstagsfest.   

 Seit Wochen freuen sich die Kinder auf diesen..ihren...Tag. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Koch bereitet mit Hilfe der Hausmütter Reis, Chapati (würzige Pfannkuchen), Pilau (Gemüseintopf) und zur Feier des Tages auch Fleisch vor. Die großen Kinder helfen fleißig mit. Gemeinsam sitzen sie im Schatten hinter dem Haus und waschen Tomaten und zupfen Salat. Es dauert ewig. Bei 35 Grad im Schatten geht eben alles etwas langsamer. 

“Es wird aber eine kleine Party, viele Freunde von uns sind aufgrund der politischen Lage nicht an der Küste“, erklärt Josephine und blättert besorgt in der Tageszeitung “Daily Nation“.  Aufgrund der Präsidentschaftswahl kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei. Mehr als 60 Menschen kamen bei Straßenschlachten ums Leben.  Momentan ist in der Küstenstadt Mombasa trügerische Ruhe eingekehrt. Doch glaubt man politischen Beobachtern wird es in dem tief gespaltenen Land weiterhin zu Spannungen kommen.
 Ein anderer Grund, warum die Geburtstagsparty der MiRO-Kinder klein wird, sind die Windpocken. Fast alle Jungen und Mädchen hatten oder haben mit der hoch ansteckenden Kinderkrankheit zu kämpfen. Vor allem für meine Schwester Johanna ist das eine beschissene Nachricht. Da sie als Kind keine Windpocken hatte, ist sie dazu verdammt, den Kindern fern zu bleiben. “Da ich extra für den Geburtstag nach Kenia geflogen bin, ist das echt übel“, sagt sie traurig. 
Dank Johanna, meiner Mutter Marita und meiner Freundin Miriam konnten wir insgesamt 80 Kilogramm an Spenden mitnehmen. Freunde, Verwandte und Bekannte haben seit Monaten Stifte, Rucksäcke, Federmäppchen und Schuhe bei uns abgegeben, die nun in fünf vollgepackten Koffern im kleinen, mit Luftballons und bemalten Wimpeln geschmückten Garten des MiRO-Heims liegen. Zuerst werden die Schuhe ausgepackt. “Oiiijooo das sind tolle Schuhe“, ruft die achtjährige Blessing und klatscht in die Hände.Geduldig probieren die Jungen und Mädchen so lange Schuhe an, bis alle ein passendes Paar haben.
Nach dem Festmahl geht's Auspacken weiter: “Jay...wow!!!“ Erfreute Rufe begleiten mein Öffnen der Koffer. Für jedes Kind haben wir einen passenden Rucksack samt mit Stiften, Radiergummis, Linealen und Spitzern gefüllten Federmäppchen vorbereitet. Die Kinder strahlen übers ganze Gesicht. “Wonderful, wonderful, wonderful“, ruft Blessing und hüpft mit Abby um die Wette.  Den gesamten Abend sind die Kinder damit beschäftigt sich lauthals lachend ihre Geschenke zu zeigen. 

 

 

Deshalb noch einmal: Von Herzen vielen Dank an alle für diese tollen Geschenke! ASANTE SANA!!!
Eure Nadine!

Hier die Bildergalerie :)

So

30

Jul

2017

Von Hamsterkäufen vor den Wahlen, vier neuen Babies und vom langersehnten Landkauf

 

von Vera Fleig

 

Am 8.August wird in Kenia eine neue Regierung gewählt. Die Bevölkerung ist jetzt schon in heller Aufregung. Es wird befürchtet, dass es wie bereits bei vergangenen Wahlen wieder Unruhen geben wird.
Kurz vor den Wahlen reisen mein Mann Stefan und ich Mitte Juli nochmals nach Kenia und besuchen in unserem Sommerurlaub das Kinderheim.
Bei der Vereinssitzung von Help for MiRO im Juni 2017 hatten die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass wir die Heimleiterin vor Ort mit Lebensmittelspenden unterstützen sollen. Aufgrund der anhaltenden Lebensmittelkrise in ganz Ostafrika und den nun bevorstehenden Wahlen, bei denen erwartet wird, dass die Geschäfte für Wochen geschlossen bleiben, sind wir zu Hamsterkäufen losgezogen. Zwar überweist Help for MiRO  3000 Euro pro Monat zur Finanzierung des Heims, doch aufgrund der momentanen Lebensmittelknappheit, den stark steigenden Lebensmittelpreisen und der Angst vor den Wahlen wollten wir alle auf Nummer sicher gehen.
Daher haben wir die Speisekammer mit u.a. 250kg Reis, 50l Öl, 50kg Zucker, 20kg Nudeln etc. aufgefüllt.
Während der Wahlen bleiben die Schulen und Ämter geschlossen, bis sich die neue Regierung gebildet hat. Viele Geschäfte machen wochenlang zu und auch die Trinkwasser-und Stromversorgung seien häufig unterbrochen. Es herrscht große Unsicherheit im ganzen Land.
Help for MiRO kauft daher einen Stromgenerator sowie 2 zusätzliche 2500l Wassertanks, die vor den Wahlen mit Trinkwasser aufgefüllt werden.
Gute Vorbereitung ist wichtig, denn im Kinderheim leben momentan 38 Kinder. Am 18.Juli wurde während unserer Zeit vor Ort vom Jugendamt ein erst 2 Tage alter Säugling ins Heim gebracht. Der Junge wurde im Krankenhaus geboren und dann von seiner Mutter aus unbekannten Gründen zurückgelassen. Wahrscheinlich, weil sie ihrem Baby als Teenagermama keine Zukunft schenken kann. Die Hausmütter haben nun alle Hände voll zu tun, denn es leben momentan 4 Kinder unter 6 Monaten im Heim.
Immer wieder werden Säuglinge auf dem Müll ausgesetzt, im Krankenhaus zurückgelassen oder die Mutter verstirbt bei der Geburt. Viele Kinderheime lehnen die Aufnahme von so kleinen Kindern ab, da die Versorgung schwierig und teuer ist. Das Babymilchpulver gibt es nur in der Stadt zu kaufen und das ist sehr teuer. Die medizinische Versorgung von Säuglingen, die in den Tropen häufig an Infektionskrankheiten leiden, ist ebenfalls sehr teuer und aufwendig.
Im MiRO-Heim finden diese Babies einen Zufluchtsort. Die Heimleiterin versucht  gemeinsam mit den Hausmüttern, die Säuglinge aufzupeppeln. Nachdem die kritischsten ersten 6 Monate dann überstanden sind, wird versucht eine passende kenianische Pflegefamilie zu finden. So konnte vor kurzem die kleine Gabriela bei einer kinderlosen, kenianischen Lehrerfamilie ein wundervolles zuhause finden.
Nicht alle Kinder haben dieses Glück. Gerade behinderte Kinder, Kinder mit Tuberkulose oder anderen Infektionskrankheiten sind in Kenia kaum vermittelbar. Sie  werden voraussichtlich im MiRO-Heim ein dauerhaftes zuhause finden.

Da die MiRO Familie weiter wächst und die Kinder größer werden, ist die Hoffnung und Sehnsucht nach einem eigenen Haus mit mehr Platz größer als je zuvor. Dank einer für den Landkauf zweckgebundenen Großspende von einem deutschen Ehepaar rückt dieser Traum vom eigenen Land nun in greifbare Nähe. Nur 10 min zu Fuß vom jetzigen Mietshaus entfernt haben wir bei einem unserer letzten Aufenthalte ein kleines Grundstück entdeckt, das zum Verkauf steht. Ein Grundstück, auf dem problemlos Wasser- und Strom angeschlossen werden kann und das bereits jetzt von den Kindern als Spielplatz und Garten genutzt werden kann. Vor Ort haben wir im Namen von Help for MiRO e.V. nun alles juristisch notwendige organisiert, um dieses Land für die Kinder zu kaufen. Wir hoffen, dass die Wahlen ruhig verlaufen. Und dass Help for MiRO nach den Wahlen endlich den notwendigen Grundbucheintrag (title deed) erhält und dank hoffentlich vieler, vieler Spenden mit dem Bau eines eigenen Hauses für die Kinder beginnen kann. 

 

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.
Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.

Nicht nur wegen der guten medizinischen Versorgung hier bin ich froh, dass sich das MiRO-Kinderheim an der Küste Kenias befindet. Vor allem angesichts der katastrophalen Dürre und ihren verheerenden Auswirkungen in 23 von 47 Bezirken Kenias. Bereits im Februar hatte der kenianische Präsident den Katastrophenzustand ausgerufen. Laut Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen. 

Hilfsorganisationen mahnen, dass in ganz Ostafrika  zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhalten.

 

Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.
Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.

In der Küstenregion rund um Mombasa macht sich die Dürre vor allem durch eine Lebensmittelknappheit und eine extreme Preissteigerung bemerkbar. „Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt, manche Sachen sind auf dem Markt überhaupt nicht mehr bekommen“, berichtet Heimleiterin Josephine Mutisya. Um so wichtiger wäre nun, ein eigenes Stück Land zu haben, wo man selbst Mais und andere Nahrungsmittel anbauen könnte. Denn noch immer besteht die Hoffnung auf den erlösenden Regen und die so wichtigen Früchte, die er mit sich bringt.

Jonah hat Spaß beim malen.
Jonah hat Spaß beim malen.

 Die 36 MiRO-Kinder im Alter von fünf Monaten bis zu 16 Jahren merken nichts von dem Ausnahmezustand den die Regierung im Januar ausgerufen hat. Sie haben gerade Schulferien und sind für jede Form der Abwechslung dankbar. Vormittags versuche ich Nachhilfe zu geben, ohne an dem Krach zu verzweifeln. Eins ist sicher: Der Schweigefuchs ist in Kenia auf verlorenem Posten. Und: Ich bin nicht zur Lehrerin geboren! Aber die Großen helfen mir tatkräftig, die Kleinen zu bändigen.  Nachmittags versuchen wir, der Enge des ummauerten Wohnhauses, das nun seit vier Jahren als Kinderheim genutzt wird zu entfliehen. Vor allem die heranwachsenden Jungs müssen sich austoben. Also geht’s auf ein benachbartes Feld zum Fußballspielen.

Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.
Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.

 Die Kinder freuen sich über die von mir mitgebrachten Freizeitschuhe aus Deutschland, die liebe Freunde gespendet haben. Aufgeregt rennen selbst die Kleinen mit ihren neuen Sandalen umher und jubeln (Siehe Fotogalerie). Doch auch für die Schule, die in zwei Wochen wieder losgeht, müssen neue Schuhe herbei. Denn die schwarzen Lederschuhe, die zur Uniform gehören, sind bei den meisten voller Löcher.  Also stellen sich  die Jungen und Mädchen barfuß der Reihe nach auf ein Stück Papier und bestaunen, dass Bob, der Älteste, mit einem Stift die Umrisse ihrer Füße abzeichnet.  Für 120 Euro kaufe ich neue, schöne Schuhe. Hurra, die Schule kann kommen. 

Das defekte Abwasserrohr wird repariert.
Das defekte Abwasserrohr wird repariert.

36 kleine und große Wirbelwinde auf so engem Raum zusammen, entfachen vor allem in den Ferien eine große Zerstörungskraft. Immer geht etwas kaputt. Mal ist es eine Glühbirne, die einem Fußball zum Opfer fällt, mal hält ein Wasserhahn der Experimentierfreude nicht stand. Diesmal sind  - mal wieder - die Wasserhähne im Badezimmer der Jungs und die Dusche im Badezimmer der Mädchen. Auch das Abwasserrohr vom oberen Bad ist schon seit einiger Zeit leck und sorgt bei 37  Grad Hitze für einen unangenehmen Gestank. Die Freude ist groß, als unser "Fundi" - ein Klempner - die Sachen alle repariert. Ich appelliere an die Vernunft der Kinder.  Gebetsmühlenartig wiederhole ich: „Bitte macht nicht immer alles kaputt“. Alle nicken, die pubertierenden Jungs schauen sich schuldbewusst und reumütig an und ich weiß doch, dass beim nächsten Besuch sicher wieder irgendetwas defekt sein wird. Hakuna matata. So ist es halt. 

Fotogalerie MiRO April 2017

0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

Reparaturarbeiten im Heim

Der Strandausflug- danke an die Spender!!!

0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

0 Kommentare

Sa

02

Dez

2017

Ein Geburtstag für 40 Kinder

Eigentlich müsste sie tot sein. 
Als Bahati ins MiRO Heim gebracht wurde, wog das kleine Baby gerade einmal 1,1 Kilo. 
“Ich habe geweint, als ich sie gesehen habe“ , erinnert sich MiRO- Heimleiterin Josephine Mutisya. 
Zwei Wochen ist das jetzt her. Seitdem kämpfen Josephine und die Hausmütter jeden Tag um das Leben des Babys, das von seiner Mutter einfach kurz nach der Geburt in einem Krankenhaus zurückgelassen wurde. Noch immer hat das Baby spindeldürre Ärmchen und ein ausgemergeltes Gesichtchen. Ich traue mich kaum, das winzige Häufchen Mensch anzufassen, aus Angst, ich könnte mit einer einzig falschen Bewegung ihr kurzes Leben auslöschen. Doch Josephine ist guter Dinge. Sie glaubt fest daran, dass sie das Baby durchbringen werden. Deshalb haben sie es Bahati getauft. Es bedeutet Glück auf Suaheli.
Ich schaue  mich im Babyzimmer um. Sonnenstrahlen fallen auf die  dicken Gesichter von Elijah und Pendo. Der vier Monate alte Junge und das fünf Monate alte Mädchen waren in kaum einem besseren Zustand als Bahati, als sie vom Jugendamt ins MiRO gebracht wurden. Heute sind beide wohlgenährt. Das kostet viel Geld. Säuglingsnahrung ist unheimlich teuer. Deshalb lehnen die meisten Waisenäuser Babys ab. Doch ich kann MiRO-Heimleiterin Josephine verstehen, auch ich könnte so einem armseligen Würmchen nicht einfach die Chance auf Leben verweigern. 
In den acht Jahren, in denen das Heim vornehmlich aus Deutschland unterstützt wird, konnte insgesamt mehr als 100 Kindern geholfen werden. Viele dieser Kinder wurden als Babys ausgesetzt. Manche zum Sterben auf den Müll geworfen. Andere haben ihre Eltern verloren, haben gehungert oder wurden missbraucht. “Manche Babys bleiben nur ein paar Monate zum Aufpeppeln, bis sie in Pflegefamilien untergebracht werden“, erklärt Josephine. 
3000 Euro überweist der in Marburg ansässige Verein monatlich ans MiRO-Heim. Mindestens zwei Mal im Jahr überprüfen Dr. Vera Fleig, ihr Mann Dr. Stefan Blaser und ich den Einsatz der Spendengelder. Davon wird eine medizinische Versorgung sowie die ausgewogene Ernährung garantiert, die Schule, die Miete für das Haus, der Koch und die Hausmütter bezahlt. Momentan leben 40 Kinder im Heim. Bahati, Pendo, Seth, Elijah und Gift sind unter einem Jahr alt. Weil man von den meisten das Geburtsdatum nicht kennt, feiert das MiRO-Kinderheim ein Mal im Jahr ein gemeinsames Geburtstagsfest.   

 Seit Wochen freuen sich die Kinder auf diesen..ihren...Tag. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Koch bereitet mit Hilfe der Hausmütter Reis, Chapati (würzige Pfannkuchen), Pilau (Gemüseintopf) und zur Feier des Tages auch Fleisch vor. Die großen Kinder helfen fleißig mit. Gemeinsam sitzen sie im Schatten hinter dem Haus und waschen Tomaten und zupfen Salat. Es dauert ewig. Bei 35 Grad im Schatten geht eben alles etwas langsamer. 

“Es wird aber eine kleine Party, viele Freunde von uns sind aufgrund der politischen Lage nicht an der Küste“, erklärt Josephine und blättert besorgt in der Tageszeitung “Daily Nation“.  Aufgrund der Präsidentschaftswahl kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei. Mehr als 60 Menschen kamen bei Straßenschlachten ums Leben.  Momentan ist in der Küstenstadt Mombasa trügerische Ruhe eingekehrt. Doch glaubt man politischen Beobachtern wird es in dem tief gespaltenen Land weiterhin zu Spannungen kommen.
 Ein anderer Grund, warum die Geburtstagsparty der MiRO-Kinder klein wird, sind die Windpocken. Fast alle Jungen und Mädchen hatten oder haben mit der hoch ansteckenden Kinderkrankheit zu kämpfen. Vor allem für meine Schwester Johanna ist das eine beschissene Nachricht. Da sie als Kind keine Windpocken hatte, ist sie dazu verdammt, den Kindern fern zu bleiben. “Da ich extra für den Geburtstag nach Kenia geflogen bin, ist das echt übel“, sagt sie traurig. 
Dank Johanna, meiner Mutter Marita und meiner Freundin Miriam konnten wir insgesamt 80 Kilogramm an Spenden mitnehmen. Freunde, Verwandte und Bekannte haben seit Monaten Stifte, Rucksäcke, Federmäppchen und Schuhe bei uns abgegeben, die nun in fünf vollgepackten Koffern im kleinen, mit Luftballons und bemalten Wimpeln geschmückten Garten des MiRO-Heims liegen. Zuerst werden die Schuhe ausgepackt. “Oiiijooo das sind tolle Schuhe“, ruft die achtjährige Blessing und klatscht in die Hände.Geduldig probieren die Jungen und Mädchen so lange Schuhe an, bis alle ein passendes Paar haben.
Nach dem Festmahl geht's Auspacken weiter: “Jay...wow!!!“ Erfreute Rufe begleiten mein Öffnen der Koffer. Für jedes Kind haben wir einen passenden Rucksack samt mit Stiften, Radiergummis, Linealen und Spitzern gefüllten Federmäppchen vorbereitet. Die Kinder strahlen übers ganze Gesicht. “Wonderful, wonderful, wonderful“, ruft Blessing und hüpft mit Abby um die Wette.  Den gesamten Abend sind die Kinder damit beschäftigt sich lauthals lachend ihre Geschenke zu zeigen. 

 

 

Deshalb noch einmal: Von Herzen vielen Dank an alle für diese tollen Geschenke! ASANTE SANA!!!
Eure Nadine!

Hier die Bildergalerie :)

So

30

Jul

2017

Von Hamsterkäufen vor den Wahlen, vier neuen Babies und vom langersehnten Landkauf

 

von Vera Fleig

 

Am 8.August wird in Kenia eine neue Regierung gewählt. Die Bevölkerung ist jetzt schon in heller Aufregung. Es wird befürchtet, dass es wie bereits bei vergangenen Wahlen wieder Unruhen geben wird.
Kurz vor den Wahlen reisen mein Mann Stefan und ich Mitte Juli nochmals nach Kenia und besuchen in unserem Sommerurlaub das Kinderheim.
Bei der Vereinssitzung von Help for MiRO im Juni 2017 hatten die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass wir die Heimleiterin vor Ort mit Lebensmittelspenden unterstützen sollen. Aufgrund der anhaltenden Lebensmittelkrise in ganz Ostafrika und den nun bevorstehenden Wahlen, bei denen erwartet wird, dass die Geschäfte für Wochen geschlossen bleiben, sind wir zu Hamsterkäufen losgezogen. Zwar überweist Help for MiRO  3000 Euro pro Monat zur Finanzierung des Heims, doch aufgrund der momentanen Lebensmittelknappheit, den stark steigenden Lebensmittelpreisen und der Angst vor den Wahlen wollten wir alle auf Nummer sicher gehen.
Daher haben wir die Speisekammer mit u.a. 250kg Reis, 50l Öl, 50kg Zucker, 20kg Nudeln etc. aufgefüllt.
Während der Wahlen bleiben die Schulen und Ämter geschlossen, bis sich die neue Regierung gebildet hat. Viele Geschäfte machen wochenlang zu und auch die Trinkwasser-und Stromversorgung seien häufig unterbrochen. Es herrscht große Unsicherheit im ganzen Land.
Help for MiRO kauft daher einen Stromgenerator sowie 2 zusätzliche 2500l Wassertanks, die vor den Wahlen mit Trinkwasser aufgefüllt werden.
Gute Vorbereitung ist wichtig, denn im Kinderheim leben momentan 38 Kinder. Am 18.Juli wurde während unserer Zeit vor Ort vom Jugendamt ein erst 2 Tage alter Säugling ins Heim gebracht. Der Junge wurde im Krankenhaus geboren und dann von seiner Mutter aus unbekannten Gründen zurückgelassen. Wahrscheinlich, weil sie ihrem Baby als Teenagermama keine Zukunft schenken kann. Die Hausmütter haben nun alle Hände voll zu tun, denn es leben momentan 4 Kinder unter 6 Monaten im Heim.
Immer wieder werden Säuglinge auf dem Müll ausgesetzt, im Krankenhaus zurückgelassen oder die Mutter verstirbt bei der Geburt. Viele Kinderheime lehnen die Aufnahme von so kleinen Kindern ab, da die Versorgung schwierig und teuer ist. Das Babymilchpulver gibt es nur in der Stadt zu kaufen und das ist sehr teuer. Die medizinische Versorgung von Säuglingen, die in den Tropen häufig an Infektionskrankheiten leiden, ist ebenfalls sehr teuer und aufwendig.
Im MiRO-Heim finden diese Babies einen Zufluchtsort. Die Heimleiterin versucht  gemeinsam mit den Hausmüttern, die Säuglinge aufzupeppeln. Nachdem die kritischsten ersten 6 Monate dann überstanden sind, wird versucht eine passende kenianische Pflegefamilie zu finden. So konnte vor kurzem die kleine Gabriela bei einer kinderlosen, kenianischen Lehrerfamilie ein wundervolles zuhause finden.
Nicht alle Kinder haben dieses Glück. Gerade behinderte Kinder, Kinder mit Tuberkulose oder anderen Infektionskrankheiten sind in Kenia kaum vermittelbar. Sie  werden voraussichtlich im MiRO-Heim ein dauerhaftes zuhause finden.

Da die MiRO Familie weiter wächst und die Kinder größer werden, ist die Hoffnung und Sehnsucht nach einem eigenen Haus mit mehr Platz größer als je zuvor. Dank einer für den Landkauf zweckgebundenen Großspende von einem deutschen Ehepaar rückt dieser Traum vom eigenen Land nun in greifbare Nähe. Nur 10 min zu Fuß vom jetzigen Mietshaus entfernt haben wir bei einem unserer letzten Aufenthalte ein kleines Grundstück entdeckt, das zum Verkauf steht. Ein Grundstück, auf dem problemlos Wasser- und Strom angeschlossen werden kann und das bereits jetzt von den Kindern als Spielplatz und Garten genutzt werden kann. Vor Ort haben wir im Namen von Help for MiRO e.V. nun alles juristisch notwendige organisiert, um dieses Land für die Kinder zu kaufen. Wir hoffen, dass die Wahlen ruhig verlaufen. Und dass Help for MiRO nach den Wahlen endlich den notwendigen Grundbucheintrag (title deed) erhält und dank hoffentlich vieler, vieler Spenden mit dem Bau eines eigenen Hauses für die Kinder beginnen kann. 

 

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.
Dank der Unterstützung aus Deutschland müssen die MiRO-Kinder kein Hunger leiden.

Nicht nur wegen der guten medizinischen Versorgung hier bin ich froh, dass sich das MiRO-Kinderheim an der Küste Kenias befindet. Vor allem angesichts der katastrophalen Dürre und ihren verheerenden Auswirkungen in 23 von 47 Bezirken Kenias. Bereits im Februar hatte der kenianische Präsident den Katastrophenzustand ausgerufen. Laut Behörde sind 2,7 Millionen Bürger des Landes auf Hilfe angewiesen. 

Hilfsorganisationen mahnen, dass in ganz Ostafrika  zwölf Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie keine Lebensmittelhilfe erhalten.

 

Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.
Trockenheit: Frauen tragen Holz auf den Köpfen nach Hause.

In der Küstenregion rund um Mombasa macht sich die Dürre vor allem durch eine Lebensmittelknappheit und eine extreme Preissteigerung bemerkbar. „Die Preise für Lebensmittel haben sich verdoppelt, manche Sachen sind auf dem Markt überhaupt nicht mehr bekommen“, berichtet Heimleiterin Josephine Mutisya. Um so wichtiger wäre nun, ein eigenes Stück Land zu haben, wo man selbst Mais und andere Nahrungsmittel anbauen könnte. Denn noch immer besteht die Hoffnung auf den erlösenden Regen und die so wichtigen Früchte, die er mit sich bringt.

Jonah hat Spaß beim malen.
Jonah hat Spaß beim malen.

 Die 36 MiRO-Kinder im Alter von fünf Monaten bis zu 16 Jahren merken nichts von dem Ausnahmezustand den die Regierung im Januar ausgerufen hat. Sie haben gerade Schulferien und sind für jede Form der Abwechslung dankbar. Vormittags versuche ich Nachhilfe zu geben, ohne an dem Krach zu verzweifeln. Eins ist sicher: Der Schweigefuchs ist in Kenia auf verlorenem Posten. Und: Ich bin nicht zur Lehrerin geboren! Aber die Großen helfen mir tatkräftig, die Kleinen zu bändigen.  Nachmittags versuchen wir, der Enge des ummauerten Wohnhauses, das nun seit vier Jahren als Kinderheim genutzt wird zu entfliehen. Vor allem die heranwachsenden Jungs müssen sich austoben. Also geht’s auf ein benachbartes Feld zum Fußballspielen.

Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.
Abby freut sich über ihre neuen Schuhe.

 Die Kinder freuen sich über die von mir mitgebrachten Freizeitschuhe aus Deutschland, die liebe Freunde gespendet haben. Aufgeregt rennen selbst die Kleinen mit ihren neuen Sandalen umher und jubeln (Siehe Fotogalerie). Doch auch für die Schule, die in zwei Wochen wieder losgeht, müssen neue Schuhe herbei. Denn die schwarzen Lederschuhe, die zur Uniform gehören, sind bei den meisten voller Löcher.  Also stellen sich  die Jungen und Mädchen barfuß der Reihe nach auf ein Stück Papier und bestaunen, dass Bob, der Älteste, mit einem Stift die Umrisse ihrer Füße abzeichnet.  Für 120 Euro kaufe ich neue, schöne Schuhe. Hurra, die Schule kann kommen. 

Das defekte Abwasserrohr wird repariert.
Das defekte Abwasserrohr wird repariert.

36 kleine und große Wirbelwinde auf so engem Raum zusammen, entfachen vor allem in den Ferien eine große Zerstörungskraft. Immer geht etwas kaputt. Mal ist es eine Glühbirne, die einem Fußball zum Opfer fällt, mal hält ein Wasserhahn der Experimentierfreude nicht stand. Diesmal sind  - mal wieder - die Wasserhähne im Badezimmer der Jungs und die Dusche im Badezimmer der Mädchen. Auch das Abwasserrohr vom oberen Bad ist schon seit einiger Zeit leck und sorgt bei 37  Grad Hitze für einen unangenehmen Gestank. Die Freude ist groß, als unser "Fundi" - ein Klempner - die Sachen alle repariert. Ich appelliere an die Vernunft der Kinder.  Gebetsmühlenartig wiederhole ich: „Bitte macht nicht immer alles kaputt“. Alle nicken, die pubertierenden Jungs schauen sich schuldbewusst und reumütig an und ich weiß doch, dass beim nächsten Besuch sicher wieder irgendetwas defekt sein wird. Hakuna matata. So ist es halt. 

Fotogalerie MiRO April 2017

0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

Reparaturarbeiten im Heim

Der Strandausflug- danke an die Spender!!!

0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

0 Kommentare

Do

26

Nov

2015

Alle packen mit an- ein neues Schlafzimmer, eine Hütte für Hund „Tiger“ und endlich wieder Wasser!

Dank der Spenden von Jan’s Familie und Freunden konnten wir bei unserem Aufenthalt im November vieles bewegt werden.

17 Jungs in einem Schlafraum, das ist definitiv zu viel. Da einige der kleinen Jungs aus dem Babyzimmer zu den größeren Jungs umgezogen sind, wird es nun ziemlich eng.

Daher hat meine Schwester Nadine Fleig, von Beruf Architektin, sich sofort des Problems angenommen.

Ein kleiner Raum im Erdgeschoß, der momentan eher als Lagerraum genutzt wird, ist die Lösung.

Als erstes wird im Hinterhof ein überdachtes Regal gebaut, wo die Kohle und andere Sachen gelagert werden können. Die Jungs sind Feuer und Flamme, schließlich wollen sie unbedingt ein zweites Zimmer. Also packen alle mit an und innerhalb von einem Nachmittag ist der Lagerraum leegeräumt.

Die Freunde und Familie von Jan, der das Kinderheim viele Jahre unterstützt hat, haben in Gedenken an ihn Geld gespendet. Mit diesem Geld ist es uns nun möglich, das neue Schlafzimmer einzurichten. Wir kaufen in Mombasa bei einem Schreiner zwei 120cm breite Stockbetten, die nur einen Tag später geliefert und vor Ort zusammengebaut werden.

Dazu wird noch Maß genommen und ein Schrank für das Mädchenzimmer, ein Küchenschrank und ein Schuhregal gezimmert.  Auch die Mädchen bekommen neue Matratzen. Alle sind aufgeregt und können die Fertigstellung kaum erwarten.

 

Noch einer wartet.  „Tiger“, der halbverhungerte Hund, der seit einigen Wochen im Kinderheim Zuflucht fand, hat es vor allem in der Regenzeit schwer.

Der kleine Garten des MiRO- Heims verwandelt sich dann nämlich in eine Schlammwiese.

Architektin Nadine zeichnet eine Hundehütte auf Stelzen. Der „Fundi“ (Suaheli für jegliche Art Handwerker) staunt nicht schlecht, so was hat er noch nie gebaut. Aber innerhalb eines Tages wird die Hütte fertig und „Tiger“  zieht ein.

 

Ein weiteres Problem, das wir gleich bei unserer Ankunft feststellen:  das Wasser im Haus musste abgestellt werden! Der Koch und die Hausmütter müssen das Wasser vom Aussentank mit Kanistern ins Haus schleppen. Ein untragbarer Zustand!

Die meisten Armaturen und Wasseranschlüsse im Haus sind defekt. Wir nehmen also Kontakt mit dem Fundi für Wasser auf. Wenige Tage später klettert Architektin Nadine mit den Wasser-Fundis aufs Dach, um den Wassertank dort zu untersuchen und danach werden alle Wasseranschlüsse/Waschbecken/Toiletten überprüft.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Armarturen erneuert, neue Dichtungsringe eingebaut und Rohre ausgewechselt. Die Freude vor allem bei Koch Felix, ist riesig, als das Wasser wieder läuft. Im nächsten Jahr wollen wir zwei der Toiletten umbauen lassen und kindgerechter machen.

 

Am Tag unserer Abreise ist es dann soweit. Die Betten sind aufgebaut und die Matratzen geliefert. Bob, der älteste Junge im Heim, holt seine Kurbeltaschenlampe, damit wir besseres Licht haben, um die Moskitonetze zu befestigen.

Strahlende Gesichter!

Und ein in seiner neuen Hütte bereits selig schlummernder Hund.

In nur kurzer Zeit konnten wir dank der Spenden vieles im Heim verbessern.

 

0 Kommentare

Sa

02

Dez

2017

Ein Geburtstag für 40 Kinder

Eigentlich müsste sie tot sein. 
Als Bahati ins MiRO Heim gebracht wurde, wog das kleine Baby gerade einmal 1,1 Kilo. 
“Ich habe geweint, als ich sie gesehen habe“ , erinnert sich MiRO- Heimleiterin Josephine Mutisya. 
Zwei Wochen ist das jetzt her. Seitdem kämpfen Josephine und die Hausmütter jeden Tag um das Leben des Babys, das von seiner Mutter einfach kurz nach der Geburt in einem Krankenhaus zurückgelassen wurde. Noch immer hat das Baby spindeldürre Ärmchen und ein ausgemergeltes Gesichtchen. Ich traue mich kaum, das winzige Häufchen Mensch anzufassen, aus Angst, ich könnte mit einer einzig falschen Bewegung ihr kurzes Leben auslöschen. Doch Josephine ist guter Dinge. Sie glaubt fest daran, dass sie das Baby durchbringen werden. Deshalb haben sie es Bahati getauft. Es bedeutet Glück auf Suaheli.
Ich schaue  mich im Babyzimmer um. Sonnenstrahlen fallen auf die  dicken Gesichter von Elijah und Pendo. Der vier Monate alte Junge und das fünf Monate alte Mädchen waren in kaum einem besseren Zustand als Bahati, als sie vom Jugendamt ins MiRO gebracht wurden. Heute sind beide wohlgenährt. Das kostet viel Geld. Säuglingsnahrung ist unheimlich teuer. Deshalb lehnen die meisten Waisenäuser Babys ab. Doch ich kann MiRO-Heimleiterin Josephine verstehen, auch ich könnte so einem armseligen Würmchen nicht einfach die Chance auf Leben verweigern. 
In den acht Jahren, in denen das Heim vornehmlich aus Deutschland unterstützt wird, konnte insgesamt mehr als 100 Kindern geholfen werden. Viele dieser Kinder wurden als Babys ausgesetzt. Manche zum Sterben auf den Müll geworfen. Andere haben ihre Eltern verloren, haben gehungert oder wurden missbraucht. “Manche Babys bleiben nur ein paar Monate zum Aufpeppeln, bis sie in Pflegefamilien untergebracht werden“, erklärt Josephine. 
3000 Euro überweist der in Marburg ansässige Verein monatlich ans MiRO-Heim. Mindestens zwei Mal im Jahr überprüfen Dr. Vera Fleig, ihr Mann Dr. Stefan Blaser und ich den Einsatz der Spendengelder. Davon wird eine medizinische Versorgung sowie die ausgewogene Ernährung garantiert, die Schule, die Miete für das Haus, der Koch und die Hausmütter bezahlt. Momentan leben 40 Kinder im Heim. Bahati, Pendo, Seth, Elijah und Gift sind unter einem Jahr alt. Weil man von den meisten das Geburtsdatum nicht kennt, feiert das MiRO-Kinderheim ein Mal im Jahr ein gemeinsames Geburtstagsfest.   
mehr lesen

So

30

Jul

2017

Von Hamsterkäufen vor den Wahlen, vier neuen Babies und vom langersehnten Landkauf

 

von Vera Fleig

 

Am 8.August wird in Kenia eine neue Regierung gewählt. Die Bevölkerung ist jetzt schon in heller Aufregung. Es wird befürchtet, dass es wie bereits bei vergangenen Wahlen wieder Unruhen geben wird.
Kurz vor den Wahlen reisen mein Mann Stefan und ich Mitte Juli nochmals nach Kenia und besuchen in unserem Sommerurlaub das Kinderheim.
Bei der Vereinssitzung von Help for MiRO im Juni 2017 hatten die Mitglieder einstimmig beschlossen, dass wir die Heimleiterin vor Ort mit Lebensmittelspenden unterstützen sollen. Aufgrund der anhaltenden Lebensmittelkrise in ganz Ostafrika und den nun bevorstehenden Wahlen, bei denen erwartet wird, dass die Geschäfte für Wochen geschlossen bleiben, sind wir zu Hamsterkäufen losgezogen. Zwar überweist Help for MiRO  3000 Euro pro Monat zur Finanzierung des Heims, doch aufgrund der momentanen Lebensmittelknappheit, den stark steigenden Lebensmittelpreisen und der Angst vor den Wahlen wollten wir alle auf Nummer sicher gehen.
Daher haben wir die Speisekammer mit u.a. 250kg Reis, 50l Öl, 50kg Zucker, 20kg Nudeln etc. aufgefüllt.
Während der Wahlen bleiben die Schulen und Ämter geschlossen, bis sich die neue Regierung gebildet hat. Viele Geschäfte machen wochenlang zu und auch die Trinkwasser-und Stromversorgung seien häufig unterbrochen. Es herrscht große Unsicherheit im ganzen Land.
Help for MiRO kauft daher einen Stromgenerator sowie 2 zusätzliche 2500l Wassertanks, die vor den Wahlen mit Trinkwasser aufgefüllt werden.
Gute Vorbereitung ist wichtig, denn im Kinderheim leben momentan 38 Kinder. Am 18.Juli wurde während unserer Zeit vor Ort vom Jugendamt ein erst 2 Tage alter Säugling ins Heim gebracht. Der Junge wurde im Krankenhaus geboren und dann von seiner Mutter aus unbekannten Gründen zurückgelassen. Wahrscheinlich, weil sie ihrem Baby als Teenagermama keine Zukunft schenken kann. Die Hausmütter haben nun alle Hände voll zu tun, denn es leben momentan 4 Kinder unter 6 Monaten im Heim.
Immer wieder werden Säuglinge auf dem Müll ausgesetzt, im Krankenhaus zurückgelassen oder die Mutter verstirbt bei der Geburt. Viele Kinderheime lehnen die Aufnahme von so kleinen Kindern ab, da die Versorgung schwierig und teuer ist. Das Babymilchpulver gibt es nur in der Stadt zu kaufen und das ist sehr teuer. Die medizinische Versorgung von Säuglingen, die in den Tropen häufig an Infektionskrankheiten leiden, ist ebenfalls sehr teuer und aufwendig.
Im MiRO-Heim finden diese Babies einen Zufluchtsort. Die Heimleiterin versucht  gemeinsam mit den Hausmüttern, die Säuglinge aufzupeppeln. Nachdem die kritischsten ersten 6 Monate dann überstanden sind, wird versucht eine passende kenianische Pflegefamilie zu finden. So konnte vor kurzem die kleine Gabriela bei einer kinderlosen, kenianischen Lehrerfamilie ein wundervolles zuhause finden.
Nicht alle Kinder haben dieses Glück. Gerade behinderte Kinder, Kinder mit Tuberkulose oder anderen Infektionskrankheiten sind in Kenia kaum vermittelbar. Sie  werden voraussichtlich im MiRO-Heim ein dauerhaftes zuhause finden.

Da die MiRO Familie weiter wächst und die Kinder größer werden, ist die Hoffnung und Sehnsucht nach einem eigenen Haus mit mehr Platz größer als je zuvor. Dank einer für den Landkauf zweckgebundenen Großspende von einem deutschen Ehepaar rückt dieser Traum vom eigenen Land nun in greifbare Nähe. Nur 10 min zu Fuß vom jetzigen Mietshaus entfernt haben wir bei einem unserer letzten Aufenthalte ein kleines Grundstück entdeckt, das zum Verkauf steht. Ein Grundstück, auf dem problemlos Wasser- und Strom angeschlossen werden kann und das bereits jetzt von den Kindern als Spielplatz und Garten genutzt werden kann. Vor Ort haben wir im Namen von Help for MiRO e.V. nun alles juristisch notwendige organisiert, um dieses Land für die Kinder zu kaufen. Wir hoffen, dass die Wahlen ruhig verlaufen. Und dass Help for MiRO nach den Wahlen endlich den notwendigen Grundbucheintrag (title deed) erhält und dank hoffentlich vieler, vieler Spenden mit dem Bau eines eigenen Hauses für die Kinder beginnen kann. 

 

Fr

28

Apr

2017

Hungernsot, Malaria und ganz viel Glück

Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.
Staubtrocken ist die eigentlich so grüne Wiese draußen vor dem MiRO-Heim. Auch in der sonst so regenreichen Region ist die Dürre bemerkbar.

Staub wirbelt durch die glühende Hitze. Eigentlich sollte hier grünes Gras sprießen. Eigentlich müsste der Weg in die Klinik um diese Jahreszeit vor lauter Schlamm kaum befahrbar sein. Eigentlich. Doch es herrscht Ausnahmezustand. Selbst hier in der so fruchtbaren Küstenregion Kenias hat es seit Monaten nicht ausreichend geregnet. Kaum 12 Stunden nach meiner für alle überraschenden Ankunft im MiRO-Kinderheim sind wir mit vier Kindern auf dem staubigen Weg ins Krankenhaus. Zwei Mal Durchfall und zwei Mal Fieber lauten die Beschwerden.

Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.
Im Wartebereich der "Child Welfare" Klinik liegen Patienten auf den Bänken und warten auf den Arzt.

 Vorbei bei an Müllbergen, in denen knochige Kühe nach etwas Essbarem suchen, entlang an kleinen Wellblechhüttchen, erreichen wird die Child Welfare Klinik. Im von Palmen umsäumten Aufenthaltsbereich liegen und sitzen auf den Bänken und auf dem Boden in bunte Tücher gekleidete Frauen mit ihren für den Arztbesuch herausgeputzten Kindern. Mädchen in Tüllkleidern, Jungen in Hemdchen. Wir haben Glück, da Hausmutter Florence regelmäßig mit einem erkrankten MiRO-Kind vor der Tür steht - bei 36 Kindern ist das wenig verwunderlich - kommen wir schnell dran.

Zuerst werden Gewicht und Größe der Kinder gecheckt. Dann Fieber gemessen.  Während sich die beiden Mütter, die vor uns an der Reihe sind, mit ohrenbetäubenden Geschrei und heftiger Gegenwehr auseinandersetzen müssen, sobald ihren Kindern das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, lassen unsere Kleinen die Prozedur ohne mit der Wimper zu zucken über sich ergehen.  Wenn man als Baby einfach auf den Müll geworfen wurde oder sich mutterseelenallein bettelnd auf der Straße durchgeschlagen hat, kann einem eben so ein kleines Thermometer nichts anhaben. Und auch das Blutabnehmen für den Malariatest ertragen die Kids tapfer.  

Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.
Hausmutter Florence gibt Baby Gift ein Fläschchen Milch, während die Arzthelferin Blut abnimmt.

 Insgesamt sechs Stunden sind wir an diesem Tag in Sachen Kindergesundheit unterwegs. Denn in dieser Klinik funktioniert das Labor nicht. Deshalb müssen wir in ein anderes fahren, wo eine nette Dame die kleinen Blutstropfen unter dem Mikroskop auf Malaria-Erreger untersucht. Stuhlprobe wird heute nix mehr. Also verdinge ich mich am nächsten Tag als „Poopoo-Transport“ und bringe per Motorrad-Taxi Stuhlproben zur Untersuchung.  Diagnose des Arztbesuches: Einmal Malaria und zwei Mal Magen-Darm-Infekt. Das gerade fünf Monate alte Baby namens Gift (engl. Geschenk), das wenige Wochen  nach seiner Geburt ausgesetzt wurde, hat Fieber, weil es seine Zähnchen bekommt. Nach wenigen Tagen medikamentösn er Behandlung der kleinen Patienten darf ich noch während meines Aufenthaltes miterleben, wie es den Kindern besser geht.

mehr lesen 0 Kommentare

Sa

26

Nov

2016

Asante sana! Vielen Dank für die Geschenke!

von Vera Fleig

 

Schon Wochen vorher sind alle Kinder des MiRO Heims und auch die Angestellten voller Vorfreude. Diese Freude ist ansteckend! Ende November feiern wir wie bereits in den vergangenen Jahren den gemeinsamen Geburtstag der Kinder. Die letzten Monate hat Help for MiRO e.V. in Deutschland Sachspenden gesammelt, damit auch jedes Kind am Geburtstag ein Geschenk bekommt. Besonderer Dank gilt Frau J.Bechler, die für jedes Kind einen Turnbeutel genäht hat, sowie der Firma Med-El und den Paten der Kinder, die dafür gesorgt haben, dass die Beutel mit Federmäppchen, Stiften, Radiergummis, Malbüchern und anderen kleinen Geschenken gefüllt werden konnten. Mit schwer bepackten Koffern reisten mein Lebensgefährte Stefan, meine Schwester Nadine und ich im November wieder nach Kenia, um dieses Fest mit allen Kindern und vielen Besuchern zu feiern. Besonders freut uns, dass auch die Pflegekinder wie z.B. Terry und Serena wieder mit ihren Pflegeeltern dabei sein können. 

Auf den Bildern könnt Ihr die Freude der Kinder sehen, über die lieben Geburtstagskarten, die Poster von zwei Schulklassen aus Köln, die Geschenke- aber eben auch die Freude darüber, dass Menschen am anderen Ende der Welt an sie denken!

Ganz herzlichen Dank an alle Spender, die dies möglich machen und das Projekt mit Geld- oder Sachspenden, mit guten Ideen und viel Liebe unterstützen! 

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2017!

 

So

24

Jul

2016

Endlich eigenes Wasser!

von Vera Fleig

 

Im Juli haben Stefan und ich erneut das MiRO Waisenhaus in Kenia besucht und haben Euch ein paar Fotos und Eindrücke aus Kenia mitgebracht. Die 35 Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch. Zum Glück waren 29 der Kinder tagsüber in der Schule, so dass wir in Ruhe einiges im Heim erledigen konnten. An den Nachmittagen und am Wochenende blieb dann jedoch genügend Zeit mit den Kindern.

 

In den letzten Monaten hatten wir immer wieder sehr hohe Wasserrechnungen und das, obwohl im November alle für uns sichtbaren Lecks in den Leitungen geflickt wurden. Im März haben Stefan und ich mit der Vermieterin vereinbart, dass im Heim ein Bohrloch gebaut wird.

Inzwischen wurde das Bohrloch fertiggestellt und die Wasserleitungen ins Haus verlegt, so dass das Heim von der Wasserversorgung durch die Stadt unabhängig ist und die Wasserversorgung sichergestellt ist. Nie mehr Tage an denen das Wasser von der Stadt einfach abgestellt werden kann und nie mehr unvorhergesehen hohe Rechnungen.

Was noch blieb, war die sehr hohe rückständige Wasserrechnung, die Mama Josephine schwer zu schaffen machte. Daher fuhren wir in die Innenstadt Mombasas und trafen uns dort mit dem verantwortlichen Mitarbeiter vom Wasseramt. Da das Wasser bereits Anfang Mai 

 

abgestellt wurde, wunderten wir uns sehr, dass die Rechnung seitdem angeblich nochmals weiter angestiegen sei. Vorerst bezahlte Help for MiRO e.V. die ausstehende Rechnung nur bis Ende April.

Während des Aufenthaltes veranlassten wir die dringend notwendigen Reparaturen im Jungs- und Mädchen-Badezimmer. Denn bei 35 Kindern und Jugendlichen,  geht schon mal einiges kaputt. Die Duschschläuche und -köpfe mussten komplett erneuert werden, der Toilettensitz im Jungsbad wurde ausgetauscht und beide Badezimmer und Rohre wurden grundgereinigt. Die Freude bei Angestellten und Kindern war groß, dass endlich wieder alles funktioniert und alle haben sich vorgenommen in Zukunft noch besser aufzupassen.

 

Zur Begeisterung der Kinder installierte Stefan vor den Fenstern im Eingangsbereich Solarglühbirnen, so dass abends auch bei den leider immer noch häufigen Stromausfällen ein kleines Notlicht leuchtet.

 

Am Wochenende war es dann endlich soweit- der lang ersehnte Strandausflug fand statt. Darauf hatten sich die Kinder die ganze Woche über gefreut. Inzwischen müssen wir 2 Minibusse anmieten, um alle Kinder an den Strand zu fahren. Die Kinder nahmen die schönen, neuen gespendeten Badesachen und Handtücher mit. Danke an all die Spender aus Düsseldorf, Hamburg, Wuppertal und Blaubeuren. Es wurde ein ausgelassener und fröhlicher Tag.

 

Die Zeit ging wie immer viel zu schnell vorbei und wir mussten versprechen bald wieder zu kommen.

Einige Eindrücke aus dem Kinderheim

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

18

Apr

2016

Hallo? Jemand Zuhause?

Leah strahlt.
Leah strahlt.

Wie wild hämmere ich ans Tor. Ich pfeife. Und rufe. Nix passiert. Seit 15 Minuten stehe ich vor dem MiRO-Heim und komm`nicht rein. Selber schuld, denke ich bei mir und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wer unangemeldet kommt, den erwartet auch keiner. 

Durch den Spalt im großen gußeisernen Tor kann ich ins Schlafzimmer der Jungs schauen. Ich sehe Isaac in seinem Hochbett schlafen. „Iiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaaaaac, Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisaaaaaaaaaaaaaaaac“ „Helloooooo, Iiiiiiisaaaaaaaaaaaaac“, rufe ich, was meine Lungen hergeben.

Nichts rührt sich. Scheinbar halten auch die Angestellten ein Schläfchen. Mehr als ein kleines Wuffen kriegt selbst Haushund Tiger nicht zustande. Und Heimleiterin Josephine scheint auch nicht da zu sein. Zumindest ist ihr Auto nicht zu sehen.

Ich rufe. Und warte. Klopfe. Und warte. Isaac schlummert selig. Plötzlich regt sich hinter Isaac etwas. Es ist Joshua. Er sieht nur meine weißen Füße unter dem Tor hindurch. Ich rufe: „Hey Joshua, Surprise, guess who is here.“

Stille. Ich winke durch den Spalt. „Nadine?“ „Yes“. „Naaaaaaaadine, it is Nadine“, schreit er und ich sehe, wie sich viele Köpfe erheben und die ganze Meute erwacht.

Hausmann Mike öffnet mir. Schlaftrunken hüpfen mir die Jungs entgegen. Die Kleinen schauen völlig entgeistert drein. Ein Jahr ist es her, dass ich die Kinder besucht habe, doch vergessen hat mich scheinbar keiner. Selbst der kleine Jonah ruft meinen Namen und fällt mir um den Hals. 

Im oberen Stockwerk schlafen die Mädchen noch. Im Babyzimmer sitzen zwei der Hausmütter und bewachen die schlummernden Babys. Eine andere Hausmutter wäscht hinterm Haus die Wäsche.

 Bis auf ein paar umherfliegende Klamotten und Schuhe, sowie ein kaputter Schrank und ein marodes Klo scheint alles in bester Ordnung. Die Kinder sind happy. Ich bin es auch :) 

mehr lesen 0 Kommentare

Do

26

Nov

2015

Alle packen mit an- ein neues Schlafzimmer, eine Hütte für Hund „Tiger“ und endlich wieder Wasser!

Dank der Spenden von Jan’s Familie und Freunden konnten wir bei unserem Aufenthalt im November vieles bewegt werden.

17 Jungs in einem Schlafraum, das ist definitiv zu viel. Da einige der kleinen Jungs aus dem Babyzimmer zu den größeren Jungs umgezogen sind, wird es nun ziemlich eng.

Daher hat meine Schwester Nadine Fleig, von Beruf Architektin, sich sofort des Problems angenommen.

Ein kleiner Raum im Erdgeschoß, der momentan eher als Lagerraum genutzt wird, ist die Lösung.

Als erstes wird im Hinterhof ein überdachtes Regal gebaut, wo die Kohle und andere Sachen gelagert werden können. Die Jungs sind Feuer und Flamme, schließlich wollen sie unbedingt ein zweites Zimmer. Also packen alle mit an und innerhalb von einem Nachmittag ist der Lagerraum leegeräumt.

Die Freunde und Familie von Jan, der das Kinderheim viele Jahre unterstützt hat, haben in Gedenken an ihn Geld gespendet. Mit diesem Geld ist es uns nun möglich, das neue Schlafzimmer einzurichten. Wir kaufen in Mombasa bei einem Schreiner zwei 120cm breite Stockbetten, die nur einen Tag später geliefert und vor Ort zusammengebaut werden.

Dazu wird noch Maß genommen und ein Schrank für das Mädchenzimmer, ein Küchenschrank und ein Schuhregal gezimmert.  Auch die Mädchen bekommen neue Matratzen. Alle sind aufgeregt und können die Fertigstellung kaum erwarten.

 

Noch einer wartet.  „Tiger“, der halbverhungerte Hund, der seit einigen Wochen im Kinderheim Zuflucht fand, hat es vor allem in der Regenzeit schwer.

Der kleine Garten des MiRO- Heims verwandelt sich dann nämlich in eine Schlammwiese.

Architektin Nadine zeichnet eine Hundehütte auf Stelzen. Der „Fundi“ (Suaheli für jegliche Art Handwerker) staunt nicht schlecht, so was hat er noch nie gebaut. Aber innerhalb eines Tages wird die Hütte fertig und „Tiger“  zieht ein.

 

Ein weiteres Problem, das wir gleich bei unserer Ankunft feststellen:  das Wasser im Haus musste abgestellt werden! Der Koch und die Hausmütter müssen das Wasser vom Aussentank mit Kanistern ins Haus schleppen. Ein untragbarer Zustand!

Die meisten Armaturen und Wasseranschlüsse im Haus sind defekt. Wir nehmen also Kontakt mit dem Fundi für Wasser auf. Wenige Tage später klettert Architektin Nadine mit den Wasser-Fundis aufs Dach, um den Wassertank dort zu untersuchen und danach werden alle Wasseranschlüsse/Waschbecken/Toiletten überprüft.

Innerhalb von zwei Wochen werden die Armarturen erneuert, neue Dichtungsringe eingebaut und Rohre ausgewechselt. Die Freude vor allem bei Koch Felix, ist riesig, als das Wasser wieder läuft. Im nächsten Jahr wollen wir zwei der Toiletten umbauen lassen und kindgerechter machen.

 

Am Tag unserer Abreise ist es dann soweit. Die Betten sind aufgebaut und die Matratzen geliefert. Bob, der älteste Junge im Heim, holt seine Kurbeltaschenlampe, damit wir besseres Licht haben, um die Moskitonetze zu befestigen.

Strahlende Gesichter!

Und ein in seiner neuen Hütte bereits selig schlummernder Hund.

In nur kurzer Zeit konnten wir dank der Spenden vieles im Heim verbessern.

 

0 Kommentare

November 2014                                                            Fünfter Geburtstag des MiRO Heim -                                  und eine Fest für 38 Kinder!

Hier ein paar Eindrücke in Bilderform:

Juni 2013

Zwei Kinderrollstühle auf dem Weg von Ulm nach Mombasa

Dank der großzügigen Spende der Firma Sorg Rollstuhltechnik und der Mithilfe von Firma Häussler in Ulm konnten wir im Juni zwei Kinderrollstühle nach Mombasa mitnehmen.

 

Bei ihrer letzten Reise nach Kenia hat Nadine den 5-jährigen Samuel kennengelernt. Josephine, die Heimleiterin des MiRO Heimes, hat uns von Samuels Schicksal erzählt. Samuel lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in einem winzigen 2-Zimmerhaus in Mombasa. Samuel ist gelähmt. Er leidet an einer spastischen Zerebralparese - diese führt bei ihm zu einer spastischen Lähmung der Arme und Beine. Er kann nicht  laufen, nicht stehen und nicht sitzen.  Samuel muss gefüttert und gewickelt werden. 

Sein Leben fand in letzter Zeit hauptsächlich in einem kleinen dunklen Zimmer statt - denn für seine Mama ist Samuel langsam zu schwer, sie kann ihn kaum noch in einem Tuch auf dem Rücken herumtragen.

Ein Rollstuhl - das war der große Traum der Familie, jedoch für sie unbezahlbar.

Dieser Traum wurde nun Wahrheit. Natalie Häderer von Firma Häussler in Ulm hat uns geholfen. Eigentlich bräuchte Samuel aufgrund der Schwere seiner Behinderung eine Spezialanfertigung, die knapp 4000 Euro kostet und für die wir momentan noch keinen Sponsor gefunden haben. Die Firma Sorg Rollstuhltechnik hat jedoch spontan zwei Kinderrollstühle gespendet. Dr. Stefan Blaser und ich konnten die Rollstühle mit Unterstützung von Ethiopian Airways heil nach Mombasa bringen. Einen davon haben wir Samuels Familie gebracht. Samuel kann nun mehr am Leben teilhaben - er hat laut gelacht bei seiner ersten Fahrt. Die Familie, die sich so voller Liebe um ihren behinderten Sohn kümmert, war zu Tränen gerührt.

Der andere Rollstuhl ist eine große Hilfe im MiRO-Kinderheim - wenn eines der Kinder krank ist und in die Klinik gebracht werden muss.

 

Wir danken für die großartige Unterstützung!

Viele Grüße Vera

 

P.S.: Wir suchen weiterhin einen Spender, der die Spezialanfertigung für Samuels Rollstuhl - mit Nackenstütze, Outdoorrädern etc. finanzieren möchte....

Ich da - Brukenge, Hühner, Zähne weg (April 2012)

Spontanbesuch. Raus aus dem schmuddeligen Aprilwetter Marburgs hinein in 33 Grad schwüle Afrikahitze. Keiner weiß, dass ich hier bin. Ich klopfe an die schwere Eisentür. “Mzungu (ein Weißer)”, sagt eine Kinderstimme. Meine blassen Füße, die von innen zu sehen sind, verraten mich. Ich strecke meinen Kopf über das Tor und entdecke die Kinder. “Laaaaadiiiiine, Laaaaadiiiiine!!!” Rebecca, die konsequent mein N mit einem L ersetzt, ist die Erste, die mich erkennt. Sofort stürmen alle anderen Kinder aus dem Haus, reißen gemeinsam das Tor auf und fallen mir um die Beine. 

 

Es hat sich nicht viel verändert seit meinem letzten Besuch vor sechs Monaten. Die Bananenstauden tragen Früchte, die von Vera und den Kindern gepflanzten Blumen blühen mannshoch und das Schuhregal, das ich dank der finanziellen Unterstützung des Frauenkreises der Kirchengemeinde Halsdorf hab bauen lassen, bietet den dutzenden Schuhen Platz und Ordnung.

 

 

Doch dann die erste tolle Überraschung: Blessing zieht sich an einem Stühlchen hoch. Für mich persönlich eine kleine Sensation, denn das Mädchen ist fast zweieinhalb Jahre alt und wir hatten schon die Befürchtung, dass sie nie imstande sein würde zu laufen.

Doch die Physiotherapie hat offensichtlich geholfen. Nun tapst Blessing endlich an der Hand ihrer älteren Geschwister umher. Langsam. Schrittchen für Schrittchen.

 

Die anderen Kinder toben, klären mich über die Neuigkeiten auf. “Brukenge ist weg - die Hühner aber auch”, berichtet Samuel. Bei meinem letzten Besuch machten wir noch Jagd auf diese Mischung aus Echse und Kaiman - vergebens. Brukenge war da bei seiner Hühnerjagd erfolgreicher. 
“Nadine, schau mal, Isaac hat keine Zähne mehr”, ruft Sarah und zeigt auf die riesige Zahnlücke des Sechsjährigen, der sich verschämt wegdreht. “Na, das weiß ich doch, die sind mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen”, erkläre ich augenzwinkernd. Die Kinder schauen ungläubig, Isaac lacht sich schlapp. 

Natürlich bin ich nicht mit leeren Händen gekommen. Mein Koffer beherbergte neben drei kurzen Hosen und fünf T-Shirts für mich, noch 23 Kilo in Form von Kinderkleidung, zwei Schaukeln, einem Laufrad und diversen Geschenken der Paten aus Deutschland. Jeder bekommt eines. Jeder strahlt. Ich inklusive.

Geburtstagsfest für MIRO 19.11.2011

Happy Birthday Mighty Redeemer Orphanage! Am Samstag den 19. November 2011 feierten über 100 Gäste gemeinsam mit den Kindern den MiRO- Geburtstag. Da man bei den meisten Kindern nicht weiß, wann sie geboren sind, feiert das MiRO einmal im Jahr gemeinschaftlich Geburtstag. Die Ananda-Marga Schule stellte das Schulgebäude, die Aula und sogar eine Musikanlage zur Verfügung. Die Kirchengemeinde, der Bürgermeister (Chief) von Kiembeni, Freunde und natürlich viele Kinder kamen. Es wurde gesungen, gebetet, getanzt. Die MiRO-Kinder waren sehr aufgeregt, vor allem auch, da alle auf die Bühne durften und sich mit Mikrophon vorstellen durften. Das Essen wurde von 5 Helfern im Freien auf Feuerstellen gekocht und an alle Gäste verteilt.

Als Höhepunkt gab es den Geburtstagskuchen, der feierlich angeschnitten wurde.

Die Geschenke und Geburtstagskarten ihrer Paten in Deutschland, die wir extra für die Feier mitgebracht hatten, erhielt jedes der Kinder am Abend nach der Feier zu Hause im Kinderheim – schließlich sollen die anderen Gäste nicht neidisch werden.

Die MiRO-Kinder gemeinsam mit ihren Gästen aus ganz Mombasa hatten einen unvergesslichen Tag.

 

Sonnige Grüsse

Vera Fleig

Ein Tag am Meer